Alant


Alant

Alant, 1) (Bot.), die Pflanzengattung Inula (s.d.), bes. der echte A., Inula Helenium, auf Grasplätzen in Gebirgswäldern wachsend, auch angebaut, mit länglich eirunden Stengeln, 1–11/2 Fuß langen, gegen 1 Fuß breiten, runzlichen, unten weißbehaarten Wurzelblättern, 3–6 Fuß hohem Stengel, großen, gelben Blüthen. Die reichlich fingerdicke, cylindrische, ästige, außen gelbe, innen weiße, eigenthümlich gewürzhaft. riechende, widerlich bitter schmeckende Wurzel (Altentwurzel, Radix Helenii od. enulae), sonst im Gebrauch als Mittel gegen Schleimbildung in den Athmungs- u. Verdauungsorganen, jetzt nur noch in Deutschland hier u. da im Volksarzneischatz. Bestandtheile: außer Extractivstoff u. der zurückbleibenden Holzfaser ein bei der Destillation, als ein gelbliches Öl übergehender, im Wasser zu Boden sinkender, erstarrender, krystallisirender, in kalkartigen Blättchen, ohne Rückstand zu sublimirender, weicher, bei + 42° C wie Öl fließender, in Wasser u. kaltem Alkohol schwer, in heißem Alkohol leicht löslicher u. beim Erkalten anschießender, alantähnlich schmeckender Stoff (Alantkampher, Alantöl); wenig äther. Öl; scharfes Weichharz u. Wachs. Alantin, auch in den Knollen der Georginen (Dahlien), des Helianthus tuberosus, der Datisca cannabina, u. a. Wurzeln gefunden (Inulin, Helmin, Dahlin, Datiscin), es wird durch Auskochen der ausgepreßten Wurzeln, Abdampfen bis zum Entstehen einer Haut, wo es dann zu Boden fällt, dargestellt, ist ein seines weißes Pulver, ohne Geruch u. Geschmack, schmilzt beim Erhitzen u. bildet beim Erkalten eine schuppige gräuliche Masse, wird von Jod gelb gefärbt, löst sich reichlich in heißem Wasser u. bildet Schleim, nicht Kleister, wird beim Kochen mit verdünnten Säuren in Zucker, durch Salpetersäure aber nicht in Schleimsäure, sondern in Äpfel- u. Oxalsäure verwandelt. Aus der Auflösung in ätzender Kalilösung wird es durch Säuren niedergeschlagen. Galläpfelaufguß schlägt es nieder, beim Erhitzen löst sich der Niederschlag wieder auf. Pharmaceutische Präparate: Alantextract (Extr. enulae s. helenii), durch Eindicken des geistigwäßrigen Auszugs bereitet; Alantsalbe, aus der durch Kochen u. Coliren in Schleim verwandelte Wurzel u. Schweineschmalz bereitet; Alant, syrup, aus dem ausgepreßten Safte od. dem Absud in Zucker bereitet; Alanttinctur, weingeistiger Auszug der A-wurzel. Durch Aufguß von Wein auf A-wurzel mit Zucker, Gewürz u. anderen Dingen gewann man den Alantwein (Vinum enulae), mit Branntwein Alantaquavit, auch Alantbier, Alantmeth als magenstärkende Mittel; 2) Fisch, so v.w. Aland.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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