Albani


Albani

Albani, I. aus der römischen Familie A. 1) Giov. Geronimo, geb. 1504 zu Bergamo, Sohn eines Grafen, studirte die Rechte, leistete den Venetianern Kriegsdienste, wurde Podesta zu Bergamo, ging 1566 nach Rom, wurde da 1570 Cardinal u. st. 1591. Er schrieb u. a. De immunitate ecclesiar. et de personis confugientibus ad eas, Rom 1553. Seine Nachkommen erhielten den römischen Adel. 2) Giov. Franc., wurde 1700 als Clemens XI. Papst, s. u. Clemens; 3) Annibale, geb. 1682 zu Urbino, von Clemens XI. 1709 als Gesandter nach Wien geschickt, söhnte er den Kaiser mit dem Papste aus, stiftete zwischen dem Kaiser u. Venedig einen Vergleich u. bewirkte den Übertritt des Herzogs Anton Ulrich von Braunschweig zur katholischen Kirche. Vom Kaiser Joseph I. zum römischen Reichsfürsten erhoben, ward er 1719 Camerlengo der römischen Kirche, legte 1747 seine Ämter nieder, ging in sein Bisthum Urbino u. st. 1751. Schrieb u. a.: Memorie concernenti la città di Urbino, Rom 1724. 4) Carlo, Bruder des Vor., geb. 1687, kaufte 1715 das Herzogthum Soriano, ward vom Papste Innocenz XIII. 1721 zum römischen Principe erhoben; st. 1724. 5) Alessandro, des Vor. Bruder, geb. 1692 zu Urbino, Cardinal u. Kunstkenner, 1720 außerordentlicher Nuntius in Wien; 1721 vom Papst Innocenz XIII. zum Cardinal u. nachher von Maria Theresia zu ihrem Minister am Päpstlichen Hofe u. zum Comprotector ihrer Staaten ernannt; 1761 päpstlicher Bibliothekar, st. 1779. Er sammelte die berühmte Kunstsammlung in der von ihm erbauten Villa vor der Porta Salaria in Rom. 6) Giov. Franc., Sohn von A. 4), geb. 1720 zu Rom, 1747 Cardinal, erhielt 1751 vom Papste die Protection von Polen u. der Republik Ragusa; war. Hauptstütze der Jesuiten u. Gegner der Franzosen, vor denen er bei ihrem Einrücken in Rom floh; st. 1803. 7) Giuseppe, Neffe des Vor., geb. 1750, erhielt 1801 von Pius VII. die Cardinalswürde, u. ward Prefetto del buon governo, lebte unter französischer Herrschaft zurückgezogen in Wien u. kehrte 1814 nach Rom zurück, war unter Leo XII. Legat zu Bologna, unter Pius VIII. Staatssecretär u. zeigte sich in seinen Ämtern als einen streng rechtschaffenen Mann u. dem österreichischen Kaiserhause treu ergeben. Nach Pius VIII. Tode ward er 1831 Commissario straordinario für Bologna, Ferrara, Ravenna u. Forli, legte aber, da er nicht mit der Regierung einverstanden war, seine Ämter bald nieder u. zog sich nach Pesaro zurück, st. daselbst 1834. 8) Fürst Don Filippo, st. 11. Nov. 1852 zu Rom, der letzte des Stammes Albani. II. Künstler. 9) Francesco, geb. 1578 zu Bologna, Historienmaler, Schüler von Calvaert u. Lod. von Carracci; st. 1660 in Bologna, malte mythologische u. religiöse Gegenstände. 10) Giov. Batt., Bruder u. Schüler des Vor., Landschafts- u. Geschichtsmaler, st. 1668. 11) Mattia, Geigenmacher im 1 7. Jahrhundert in Tyrol. Seine Geigen sind als Albaneser Geigen hochberühmt.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.