Antēnor [1]


Antēnor [1]

Antēnor, 1) Trojaner, Sohn des Äsyetes u. der Kleomestra, durch seine Gemahlin Theano Schwager des Priamos. Er war ein verständiger Greis; als Odysseus u. Menelaos nach Troja kamen, um Helena zurückzufordern, genossen sie Gastfreundschaft u. Schutz des A., da die Trojaner jene ermorden wollten. Auch nach dem Ausbruch des Trojanischen Kriegs rieth er zum Frieden u. zur Rückgabe der Helena. Man gab ihm überhaupt griechische Gesinnung Schuld; freilich soll er den Griechen das Palladium überliefert, ein Zeichen mit einer Leuchte gegeben u. dann das hölzerne Pferd geöffnet haben. Dafür verschonten die Griechen bei der Plünderung Trojas sein Haus, an dessen Thür als Erkennungszeichen ein Pantherfell gehängt war. Nach dem Falle Trojas ging er nach Einigen mit Menelaos zu Schiffe, wurde mit ihm nach Libyen verschlagen u. starb dort, u. seine Nachkommen, Antenorīden, wurden dort als Heroen verehrt; nach Andern sammelte er die Troer u. gründete ein neues Reich; nach Andern wählten ihn die den Troern zu Hülfe gekommenen Heneter zu ihrem Anführer, mit denen er am Adriatischen Meere ein Reich mit der Stadt Antenorea, nachher Patavium (Padua) genannt, gründete. 2) Griechischer Bildhauer, um 514 v. Chr.; Werke: die ersten Bronzestatuen des Harmodios u. Aristogiton in Athen, welche von Xerxes später nach Persien entführt, von Alexander zurückgebracht wurden.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.