Athem


Athem

Athem, die unter dem Athmen in die Lunge ein- u. ausströmende Luft. Als eine der unmittelbaren Andeutungen des thierischen Lebens wird ihr selbst ein Charakter von Selbständigkeit verliehen. Als Luft hat der ausströmende A. Eigenschaften angenommen, die auf die Lebensvorgänge in dem Körper, welche auf das Athmen nächsten Bezug haben, eine Folgerung gestatten; daher ist der A. auch in Krankheiten ein Zeichen. Immer ist der A. mit einiger Feuchtigkeit erfüllt, die in kalter, zumal naßkalter Luft nebelartig sich zeiget, u. auf Glas od. polirte Metallflächen als Dunst sich anlegt; daher auch das Vorhalten von Spiegeln vor den Mund scheintodter Menschen zur Erkenntniß eines, in einem schwachen A. sich noch erhaltenen Lebensfunkens dient. Die natürliche Wärme des A-s wird in Krankheiten öfter zu heißem A.; noch weit gefährlicher als dieser im höhern Grade, gewöhnlich Todesanzeige, ist ein kalter A. Übelriechender A. entsteht als dauerndes Übel bald aus dem Munde bei Krankheiten der Zähne, des Zahnfleisches u. a. Theile desselben, beim Unterlassen des Ausspülens des Mundes, aus dem Magen bei Verdauungsstörungen, aus den Lungen bei Geschwüren etc., beruht aber in den meisten Fällen, wie der Fuß- u. Achselschweiß, auf einer ähnlichen krankhaften Absonderung der Schleimhäute der genannten Theile u. ist als solcher auch sehr schwer zu heben. Heilsam, doch meist nur vorübergehend, sind dagegen der Gebrauch der Holzkohle als Zahn- u. Mundpulver, der meisten wohlriechenden u. ähnlichen Zahnmittel, des Chlorwassers, des Chlorkalks in Auflösung von Kügelchen, Pfeffermünzkügelchen, Gewürznelken, Zimmt, Macis-, Muskatennuß, gebrannten Kaffees, Ambra für sich oder deren Öle, Moschus, Vanille in verschiedenen Formen auf den Mund angewendet, das Kauen von Mastix. Zum Grunde liegende Krankheiten erheischen ihre besonderen Mittel.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Athem — Athem, oder die poetische, ebenso alte Form Odem, s. Athmen …   Herders Conversations-Lexikon

  • Athem — 1. Fremder Athem stinkt immer. (Lit.) 2. So lange der Athem noch aus und eingeht, ist beim Kranken noch Hoffnung da. – Schonheim, A, 7. Lat.: Aegroto dum anima est, spes esse dicitur. 3. Wer den Athem nur nicht fahren lässt, der stirbt auch nicht …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Athem, der — Der Athem, des s, plur. inusit. die Luft, welche man vermittelst der Lunge in sich ziehet und wieder von sich stößet, und die Handlung des Einziehens und Ausstoßens dieser Luft; und zwar, 1) Eigentlich. Einen kurzen, schweren Athem haben. Athem… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Stinkender Athem — (Foetor oris), so v.w. übelriechender Athem, s.u. Athem …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Einem Gelehrten fehlt immer etwas, entweder die Farbe, oder der Athem, oder die peristaltische Beweg… — Einem Gelehrten fehlt immer etwas, entweder die Farbe, oder der Athem, oder die peristaltische Bewegung, oder der Magensaft, oder der sogenannte gesunde Verstand. См. Ученых много, умных мало …   Большой толково-фразеологический словарь Михельсона (оригинальная орфография)

  • Kurzer Athem — Kurzer Athem, schnelles Athemholen, mit ersichtlicher u. fühlbarer Anstrengung der Athmungsorgane, Begleiter eines vermehrten Pulsschlags bei heftiger Körperanstrengung od. eines fieberhaften Zustands od. eigener Krankheitszustand, s.… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Pharaon Athem — Yûgi Muto Yûgi Muto (武藤 遊戯 Mutō Yūgi) est le héros du manga et du dessin animé Yu Gi Oh!, ainsi que du manga spin off Yu Gi Oh! R. Ce qui suit dévoile des moments clés de l’intrigue. Sommaire 1 Description 1.1 Yûgi Mutô …   Wikipédia en Français

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  • Athemen — Athemen, oder Athem, verb. reg. 1. Neutrum, welches mit dem Hülfsworte haben verbunden wird, Athem hohlen, und ausstoßen, doch mehr in der edlern und höhern Schreibart, als im gemeinen Gebrauche. Wie pocht mir das Herz! Es ist mir so zusammen… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Athemlos — Athemlos, er, ste, adj. et adv. ohne Athem, außer Athem. Athemlos werden. Sich athemlos laufen. Daher die Athemlosigkeit, plur. inusit. der Zustand, da man außer Athem ist …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart