Baal [1]


Baal [1]

Baal (babyl. Bel), 1) in der phönicischen Mythologie der oberste Gott, während Baaltis od. Astarte die oberste Göttin war. B. ist die Sonne, u. als solche die durch Licht u. Wärme die Natur beherrschende Macht; bei den Sabäern der Planet Jupiter; die Griechen identificirten ihn mit Herakles. Hauptsitz des B-dienstes war Tyros; dann reichte die Verehrung des B. durch ganz Assyrien u. Babylonien; in Carthago war er Hauptgott u. in den carthagischen Colonien, wie Gades, Malta u.a. hatte er prächtige Tempel. Bei den Hebräern führte Isabel, eine Tyrische Prinzessin, den B-dienst ein; Jehu rottete ihn wieder aus, denn er galt hier für Götzendienst u. die Baalspriester für Priester des Götzendienstes, gegen welche die Propheten eiferten u. deren Elias am Bach Kison viele tödtete. Gewöhnlich opferte man ihm Stiere, seltener Kinder. Die Opferstätten befanden sich meist auf Berggipfeln. Die roth gekleideten Priester tanzten um den Altar u. zerfleischten sich nach Art der Kybelepriester. Im Alten Testament werben verschiedene B-s genennt: Baal Berith, Schutzgott von Berhthos, Symbol der Wintersonne; hatte auch zu Sichem einen Tempel; Baal Gad, in Gad am Hermon verehrt; Baal Peor, Gott der Moabiker, welchem der Berg Peor heilig war: er war Symbol der Zeugungskraft der Sonne, trug daher den [114] Phallos im Munde, u. seine Feste waren priapischer Natur. Ihn verehrten auch von den Israeliten die Stämme Ruben, Gad u. Halb-Manasse in der Wüste, weshalb Moses 24,000 derselben erschlagen ließ. Baal Zebub (Baal Sefuf, Beelzebub), ein Gott von Ekron, der als Fliegengott, der Fliegen u. Pest abwehrt, gedeutet wird; da man die Götzen für böse Dämonen hielt, so ward B. Zebub nachher Name des Satans. Baal Zephon, ein Welthüter, der dem Norden vorstand; nach And Grenzgott, vom Pharao am Rothen Meere in Ägypten aufgestellt, daß er die fliehenden Juden bannen sollte (s. Baal Zephon, a. Geogr.); 2) bei den Juden so v.w. jeder heidnische Gott, Götze.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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