Nankin [2]


Nankin [2]

Nankin (Nanking), 1) ursprünglich chinesischer (in der Stadt Nankin gewebter) od. ostindischer, baumwollener, wie Leinwand gewebter, dichter u. fester Kattun, von erbsgelber (1/2 Ellebreit, 7–8 Ellenlang) bis braungelber Farbe. Der echte ostindische od. chinesische erbsgelbe N. behält seine Farbe, wenn er auch noch so oft gewaschen wird; man erkennt ihn daran, daß er hier u. da fehlerhaft rosenrothe Faden hat. Die besten werden in Nankin selbst verfertigt; die vorzüglichen darunter sind die [664] Compagnienankins. In Rußland heißen diese Sorten N-s Kitaika. Das unvergängliche Gelb des echten N. rührt von einem der Nankinbaumwolle (Gossypium religiosum. vgl. Baumwolle I. B) d) eigenthümlichen harzigen gelben Farbstoff her, womit die innere Wandfläche der schlauchartigen Fasern bedeckt ist; bei dem andern N. aber ist das Gelb minder echt u. das aus ursprünglich weißer Baumwolle gewebte Zeug mit Bablah od. den Schoten einer Mimosenart gefärbt. Der europäische N. ist glatt u. geköpert (Köpernankin); man nimmt dazu scharf gedrehtes baumwollenes Garn u. sendet sie, gedruckt, gemustert u. unecht gefärbt, nach Amerika. Die vorzüglichen Sorten englischer N-s, bes. in Manchester gewebt, sind: Cloudednankin, geflammt u. jaspirt (die feingeflammten heißen Grandurells); Stripednankin, gestreifte; Croßcloudet, jaspirte; Twilled, mit geköperten Streifen; Twilledcoloured, mit geköperten Streifen von verschiedener Farbe; Checked and Twilled, die Streifen geköpert u. Würfel im Einschlag; Twilled over (All-Twillednankin od. Florentinesnankins), doppelt geköperter N., dessen Kette Twist ist, der Einschlag aber aus Westgarn abwechselnd über zwei Fäden der Kette, sowohl auf der rechten, als auch auf der entgegengesetzten Seite geht; die Doubles-Florentines sind die dichtesten, stärksten u. theuersten aller ganz baumwollenen N-s in Deutschland, sie heißen auch Baumwollener Casimir; Dimitynankins sind wie die Florentines gewebt, nur sind die Streifen, welche sie bilden, halb umgewandt; Weawerets, wellenförmig gestreift u. gemustert, gehen meist nach Italien u. der Levante; Fancynankins, solche, deren Streifen, Muster u. Farben nach der Mode od. einer neuen Idee des Fabrikanten abwechseln. Auch Halbseidene N-s (Silknankins) hat man. Diese nachgeahmten N-s sind durch den jetzt sehr wohlfeilen echten weniger gewöhnlich geworden; 2) so v.w. Nankinseide.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • NANKIN — s. m. Toile de coton qui est ordinairement d un jaune approchant de la couleur du chamois, qui se fabrique à Nankin, ville de la Chine, et qu on imite aux Indes et en Europe. Pièce, pantalon, gilet, guêtres de nankin. Nankin des Indes …   Dictionnaire de l'Academie Francaise, 7eme edition (1835)

  • nankin — (nan kin) s. m. Toile de coton ordinairement (non toujours, car il y a du nankin blanc) d un jaune particulier. •   Des nankins blancs et jaunes et jusqu à des pagnes de Madagascar, BERNARD. DE ST PIERRE Paul et Virg..    Adj. invar. Couleur… …   Dictionnaire de la Langue Française d'Émile Littré

  • nankin — Nankeen Nan*keen , n. [So called from its being originally manufactured at Nankin (Nanjing), in China.] [Written also {nankin}.] 1. A species of cloth, of a firm texture, originally brought from China, made of a species of cotton ({Gossypium… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • NANKIN — n. m. Toile de coton qui est ordinairement d’un jaune chamois, qui se fabriquait originairement à Nankin. Pantalon, gilet, guêtres de nankin …   Dictionnaire de l'Academie Francaise, 8eme edition (1935)


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