Beichtgeld


Beichtgeld

Beichtgeld, eine ursprünglich freiwillige Gabe, welche seit. Entstehung der Privatbeichte u. geheimen Kirchenbuße der Beichtende dem Priester gab; dies erhielt sich auch später unter dem Namen der geistlichen Accidenzien. In der Katholischen Kirche hörte es später auf; Luther behielt es wegen der geringen Einkünfte der Geistlichen bei, so sehr er gegen eine Bezahlung der Absolution u. den damit zusammenhängenden Ablaß eiferte. Ihm u. noch jetzt in der Protestantischen Kirche gilt das B. nur als ein Geschenk, das man dem Beichtvater gibt. Deshalb setzte man auch nur Einen Groschen (Beichtgroschen. od. weil der Denar sonst Pfennig hieß, Beichtpfennig) fest, Jedem überlassend, ob er mehr geben wolle. In der Reformirten Kirche wurde das B. auf Calvins Vorschlag abgeschafft, u. auch in der Lutherischen Kirche hat man sich oft dagegen erklärt. Versuche in Preußen u. Braunschweig im 17. u. 18. Jahrh., das B. ganz abzuschaffen, scheiterten an ökonomischen Gründen; in Österreich u. Württemberg ist es indeß schon längst, seit 1817 in Nassau u. außerdem an manchen Orten durch Privatübereinkommen geschehen. P. Müller, De nummo confess., Jena 1688.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Beichtgeld — (Beichtpfennig, Opferpfennig, Beichtgroschen), eine ursprünglich freiwillige Gabe, die der Beichtende dem Priester zu spenden pflegte. Das B. wurde durch Herkommen zu einer festen und drückenden Abgabe, die in der katholischen Kirche, abgesehen… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Beichtgeld — Als Beichtgeld, Beichtpfennig, Opferpfennig oder Beichtgroschen bezeichnet man eine ursprünglich freiwillige Gabe, die der Beichtende dem Priester zu übergeben pflegte. Bis 1031 stand es dem Beichtenden offenbar frei, ob und wie viel er geben… …   Deutsch Wikipedia

  • Beichtgeld, das — Das Beichtgêld, des es, plur. von mehrern Summen, die er, bey den Protestanten, dasjenige freywillige Geschenk, welches man dem Beichtvater für die Anhörung der Beicht gibt, und welches im gemeinen Leben auch der Beichtgroschen, oder der… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Beichtgroschen — Als Beichtgeld, Beichtpfennig, Opferpfennig oder Beichtgroschen bezeichnet man eine ursprünglich freiwillige Gabe, die der Beichtende dem Priester zu spenden pflegte. Bis 1031 scheint es dem Beichtenden freigestanden zu haben, ob und wieviel er… …   Deutsch Wikipedia

  • Beichtpfennig — Als Beichtgeld, Beichtpfennig, Opferpfennig oder Beichtgroschen bezeichnet man eine ursprünglich freiwillige Gabe, die der Beichtende dem Priester zu spenden pflegte. Bis 1031 scheint es dem Beichtenden freigestanden zu haben, ob und wieviel er… …   Deutsch Wikipedia

  • Opferpfennig — Als Beichtgeld, Beichtpfennig, Opferpfennig oder Beichtgroschen bezeichnet man eine ursprünglich freiwillige Gabe, die der Beichtende dem Priester zu spenden pflegte. Bis 1031 scheint es dem Beichtenden freigestanden zu haben, ob und wieviel er… …   Deutsch Wikipedia

  • Piëtismus — (v. lat.), eigentlich Frömmigkeit, Gottseligkeit. Jedoch kommt der Name P. nur als Parteiname zweimal in der Protestantischen Kirche vor, einmal zu Ende des 17. Jahrh. u. dann in neuester Zeit. Beide haben nur die Ausbildung einzelner Dogmen,… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Beichtpfennig — Beichtpfennig, s.u. Beichtgeld …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Beichtpfennig — Beichtpfennig, s. Beichtgeld …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Opferpfennige — Opferpfennige, die Pfennige, die in der Kirche beim Opfergang (s. d.) auf die Opferteller oder beim Einsammeln in den Klingelbeutel gelegt werden. S. auch Beichtgeld …   Meyers Großes Konversations-Lexikon