Bimsstein


Bimsstein

Bimsstein (Bims, lat. Pumex), Gattung aus der Ordnung Kiesel, erscheint als poröse, durchlöcherte Masse, oft wie mit langgewundenen Fäden; Farbe weiß, ins Gelbliche, Hellgraue, Bläuliche, auch wohl ins Bräunlichschwarze fallend, glänzt seidenartig, bläht sich im Feuer auf, ist undurchsichtig, an den Kanten etwas durchscheinig u. vor dem Löthrohr ohne Flußmittel zu einem weißen Email schmelzbar, schwimmt im Wasser u. sinkt erst unter, wenn sich die Höhlungen mit Wasser gefüllt haben, Härte – 4, specifisches Gewicht durchschnittlich 0,914, auch bisweilen nur 0,37 besteht bei 100 Theilen aus 77,5 Kieselerde, 17,5 Thonerde, 2 Eisenoxyd u. 3 Kali od. auch Natron, wird von Säuren nicht zersetzt; findet sich in vulkanischen Gegenden in größern u. kleinern Schichten u. ist wohl als der erstarrte Schaum einer ehemals flüssigen Lava zu betrachten. Er ist oft mit fremdartigen Gestein (Quarzkrystall, Glimmer, Magneteisen u. dergl.) vermischt, bes. auf der Insel Lipari, bei Neapel, Rom, Neuwied, in Ungarn, Island, Mexico, oft in Lagern zu 50–100 Fuß. Man theilt ihn (wohl unöthig) in gemeinen, porphyrartigen u. glasigen. Dieser ist Obsidian od. steht zwischen Obsidian u. gemeinem B.; jener ist der mit Quarz od. Glimmer eingesprengte. Der Gebrauch des B-s ist zu Zahnpulver (vorsichtig zu benutzen), Poliren des Marmors, der weicheren Metalle, des Holzes, des Lacks, Pergaments, der Zeuge u.a., zu Radirpulver; er gibt mit Kalk guten Mörtel, dient auch (wie bes. der bei Neuwied) zum Bauen der Häuser, doch nicht zu Feuermauern od. in heftigen Strömen od. wo starke Erschütterungen sind. Auch die Alten bedienten sich schon des B-s, um die Membranen zu glätten u um das Schreibrohr zu schärfen. Später war B. das Radirwerkzeug, das bes. zur Vernichtung alter Werke diente, um auf das Pergament neue zu schreiben (s. Palimpsest). Auch künstlichen B. bereitet man, indem man Quarzsand u. thon- od. kalkhaltigen Sand zuerst einzeln brennt, dann mit gebranntem gepochtem Thon vermengt. das Ganze zu seinem Pulver mahlt u. ohne allen Zusatz in thönernen Kapseln im Brennofen brennt; hierdurch schmilzt das Pulver etwas, u. es bildet sich ein rauher, harter, poröser Körper, der wie der wirkliche B. zu brauchen ist.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Bimsstein — Bimsstein, ein hochgradig poröser, schaumiger Obsidian (s. Gläser, natürliche), der in dem bekanntesten Fundort (Lipari) tatsächlich mit dem Obsidian aufs engste verbunden ist. Seiner Natur nach ist er also eine bei der Eruption der Lava oder des …   Lexikon der gesamten Technik

  • Bimsstein — (Bims, lat. Pumex), schaumige Modifikation glasiger vulkanischer Gesteine. Die eingeschlossenen Blasenräume übertreffen die Glasmasse derart an Volumen, daß der B. auf Wasser schwimmt. Gepulvert sinkt er unter, denn sein spezifisches Gewicht… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Bimsstein — Bimsstein: Das seit dem 16. Jh. gebräuchliche Wort ist eine verdeutlichende Zusammensetzung für das einfache Bims (mhd. bümez̧, ahd. bumiz̧), das aus lat. pumex (Genitiv pumicis) »helles, schaumiges vulkanisches Gestein« entlehnt ist. Das lat.… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Bimsstein — Bimsstein, Bums, schwammige, schaumige, glasartige Abart des Obsidians, entstanden durch das Durchströmen von Gasen oder Dämpfen durch glutflüssige trachytische Laven, dient zum Polieren, als Schleifmittel, zur Herstellung von Bimssteinseife (zum …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Bimsstein — Bimsstein, pumex, blasiges, schwammiges, grauweißes Mineral aus dem Kieselerdegeschlecht, findet sich im vulkan. Gebirge u. scheint durch längeres Schmelzen des Obsidian an der Luft gebildet zu sein. Der B. hat oft seiner großen Blasenräume wegen …   Herders Conversations-Lexikon

  • Bimsstein — Bims * * * Bims|stein [ bɪmsʃtai̮n], der; s, e: meist heller, poröser Stein, mit dem man hartnäckigen Schmutz an den Händen entfernen kann: sich die Hände mit einem Bimsstein abreiben. * * * Bịms|stein 〈m. 1; unz.〉 graues, schaumiges… …   Universal-Lexikon

  • Bimsstein — Bims von Kos (Griechenland) Bims (auch: Bimsstein; über ahd. pumiʒ / bumeʒ aus dem lat. pumex) ist ein poröses glasiges Vulkangestein, dessen spezifisches Gewicht wegen der Poren kleiner als das von Wasser ist. Seine Farbe kann stark variieren;… …   Deutsch Wikipedia

  • Bimsstein — der Bimsstein, e (Oberstufe) poröses glasiges Vulkangestein, das z. B. für die Fußpflege zum Abschleifen überschüssiger Hornhaut angeboten wird Beispiel: Sie reibt sich mit einem Bimsstein die abgestorbenen Hautschüppchen vom Körper …   Extremes Deutsch

  • Bimsstein — Bịms·stein der; 1 nur Sg; ein sehr leichtes, poröses vulkanisches Gestein 2 ein Stück ↑Bimsstein (1), das man besonders verwendet, um die Hände zu reinigen …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Bimsstein — Bims (Bimsstein) Sm erw. fach. (9. Jh., Form 16. Jh.), mhd. bumez, bimz, ahd. pumiz Hybridbildung. Entlehnt aus l. pūmex ( micis), dieses ohne s mobile zu l. spūma f. Schaum (wegen der porösen Beschaffenheit dieses Steins). Parallele Entlehnungen …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache


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