Bruch [3]


Bruch [3]

Bruch (Min.), die neue Gestalt, die ein Mineral durch Zerschlagen od. Zerbrechen gewinnt. Die neue Fläche heißt Bruchfläche, der B. aber, je nachdem er die Länge od. die Quere neu öffnet, Haupt-B. u. Quer-B. Zur tieferen Kenntniß der Structur der Mineralien ist er weniger brauchbar, weil er nicht das Regelmäßige, sondern nur das Unregelmäßige der Mineralien darlegt. Ein B. ist: a) dicht, wenn die Theile der Oberfläche genau u. ununterbrochen zusammenhängen; u. er ist dann entweder aa) splitterig, wo kleine losgesprungene Theile, die mit der starken Seite noch am Gestein selbst hängen, sich zeigen, u. zwar grob- od. kleinsplitterig; od. bb) eben, wenn die offen gelegte Fläche nur unbedeutende Erhöhungen her, od. cc) uneben, wenn eckige, unregelmäßige Erhöhungen u. Vertiefungen sich zeigen, gewöhnlich bei Metallen; od. dd) muschelig, wenn die Vertiefungen u. Erhöhungen Muschelansehen haben, theils groß- u. klein-, theils vollkommen- u. unvollkommen-, theils tief- u. flachmuschelig; od. ee) erdig, mit lauter kleinen rauhen Erhöhungen; od. ff) hakig, wo die Erhöhungen kleine gebogene Spitzen haben. Ein B. ist ferner b) gespalten, wenn die Theile der Fläche schon natürliche Absonderungen haben, u. dann aa) faserig, wenn die Theile linienförmig sind, u. zwar nach Stärke der Fasern: grob-, dünn- (zart-), höchstzart-; nach der Richtung: gerad- od. krumm-; nach der Lage: gleich-, auseinander-, durcheinanderlaufend; od. bb) strahlig, wenn die B-stelle aus längeren od. kürzeren, breiteren od. schmäleren, über od. neben einander liegenden, abgebrochenen od. sich schlängelnden Theilen besteht; man beschreibt sie nach Breite, Richtung, Lage, Durchgang u. Ansehen der Strahlen breit-, schmal-, gerad-, krumm-, gleichlaufend-, auseinanderlaufend-, sternförmig-, büschelförmig-, untereinanderlaufend-, kurz-, langstrahlig. Ein B. ist endlich c) blätterig, wenn die Fläche aus dünnen, flachen, über einander liegenden Theilen (Blättern) besteht. Meist sind sie glatt u. glänzend u. setzen eine Verwitterung voraus. Man beachtet die Größe der Blätter (großblätterig, kleinblätterig); die Vollkommenheit (vollkommen, lwenn sie glatt sich ablösen lassen; unvollkommen, wenn sie splitterigt od. faserig sind; schieferig, wenn sie ungleiche Dicke haben; versteckt, wenn sie nur an einem Theile sich blättern); die Richtung (gerad-, krumm-, sphärischkrumm-, wellenförmig-, blumigblätterig etc.); die Lage (gemein-, schuppigblätterig), u. das Ansehen (glatt od. gestreift). Die Bruchstücke sind entweder regelmäßig (würfelig, rhomboldat, trapezoidisch, pyramidal etc.) od. unregelmäßig (keilförmig, splitterig, scheibenförmig etc.); der Glanz, der sich im Mineral auf dem B. zeigt, meist lebhafter als auf der Außenseite, heißt Bruchglanz.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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