Buche


Buche

Buche, sehr gewöhnlicher Waldbaum, bes. 1) Gemeine B. (Roth-, Mast-B., Fagus sylvatica L.), Baum aus dem Pflanzengeschlecht Fagus, mit eirunden, zugespitzten, schwach gezähnten, jung am Rande haarigen, Anfang Mais ausschlagenden dreifachen, zuweilen (dann Blut-B.) rothen Blättern; blüht in männlichen, fast kugeligen Kätzchen, weiblichen kleinen rothen einzelnen Blüthen, getrennt auf demselben Baume, im April u. Mai, bringt im Sept. u. Oct. reife Früchte, bestehend aus stacheligen, in vier Fächer getheilten, rundlichen, spitz zulaufenden Kapseln, mit dreieckigen braunen, glatten Samenkörnern (Bucheckern, Bucheln), hat glatte, an jungen Stämmchen graugrüne, an alten weißgraue glatte Rinde, geraden hohen Stamm, festes, schweres, bei den an Waldrändern stehenden weißliches, bei den tiefer im Walde stehenden bräunliches Holz, höchstens 5 Fuß tiefgehende, mehr ausgebreitete Wurzeln, wovon die mittlere, nicht zu lange, aber kräftige, die Herzwurzel ist. Auf fruchtbarem Boden der Ebenen, Gebirgen u. Voralpen in Deutschland etc., über 4000 Fuß hinaufsteigend; Blüthezeit Mai. Die B. liebt einen guten, saftigen Boden von Dammerde, Lehm, Sand u. dergl. gemischt, wächst bis zum 15. Jahre langsam, dann schneller, erreicht ihren völligen Wuchs im 120–124 Jahre, wo sie dann bis zur Höhe von 100–120 Fuß u. zur Dicke von 4 Fuß gelangen kann. Beim Verpflanzen junger (4–5jähriger) Stämmchen dürfen die Wurzeln so wenig wie möglich verschnitten werden, von Erde nicht sehr entblößt, auch nicht zu weit aus einander gesetzt sein, u. der Boden muß gut sein; beim Aussäen muß man dunklere, schattenreichere Örter, den Herbst od. Monat Mai als die Keimungszeit wählen, den Samen ein wenig mit Erde bedecken, flache, schmale Graben zur Aufnahme des Samens ziehen u. durch Ausrottung des Grases den Mäusen den Aufenthalt verleiden. Die Umtriebszeit ist am besten auf 120 Jahre anzusetzen, als in welcher die B. vollkommen ausgewachsen sein kann. Schaden leiden die Buchenwälder durch Wild u. Mäuse an der Rinde, durch Maikäferlarven an den Wurzeln, durch Frost an der jungen Zucht u.a., wie auch durch Fäulniß. Der Nutzen der B. besteht vorzüglich im Buchenholz. Als Brennholz übertrifft es in Flamme u. Kohle alle Holzarten u. verhält sich zum Steineichenholz = 360: 350, als Kohle aber = 1600: 1450; wiegt grün der Kubikfuß 65 Pfund, trocken 39 Pfund; überdies dient es zu mehreren Haus- u. Landwirthschaftsgeräthen, zu Wagnerarbeiten, Bohlen, Holzschuhen, Degenscheiden, Schusterspänen, zum Erleuchten der Zimmer u. mit Lumpen versetzt zu Papier. Die Asche ist bei dem Seifensieden beliebt u. gibt viel Pottasche. Im Wasser dauert es lange, wenn der Zutritt der Luft verwehrt wird; tritt aber diese zu, so fault es leicht; man kann es jedoch von dieser Eigenschaft leicht dadurch befreien, daß man es durch Dämpfe zum Schwitzen bringt u. dann über Feuer trocknet. Wegen seiner Sprödigkeit ist es zum Bauholz nicht tauglich; eigen sind die kleinen Spiegel, die bei der feineren Bearbeitung desselben zum Vorschein kommen. Außerdem nutzt man die Bucheckern zu Bucheckeröl (Buchöl); man wählt nämlich reife, nicht zu alte, u. durch langes Liegen auf der Erde nicht verdorbene Früchte dazu, sondert die Kerne von den Schalen, auch von dem sie umgebenden Häutchen (sonst bekommt das Öl eine schlechte Farbe u. widrigen Geschmack) u. preßt sie, nachdem sie einige Monate gelegen haben, kalt aus. Man kann das Öl auch durch Auskochen der Bucheckern gewinnen, es ist aber nur zum Brennen, Wollwaschen u. Seifensieden tauglich. Das reine dient zu Speisen, denen es Wohlgeschmack gibt, bes. gut soll es werden, wenn es ein Jahr lang in steinernen Krügen in die Erde vergraben gestanden hat. 100 Pfund Buchnüsse geben 12 Pfund reines u. 5 Pfund trübes Öl. Außerdem werden die Bucheckern (u. die davon gewonnenen Ölkuchen) zum Mästen der Schweine gebraucht, die entweder im Spätherbst (wo gute Wälder jährlich, schlechte im Norden nur alle 10–12 Jahre dergl. geben) in die Buchwälder getrieben (Buchmast), od. mit den gesammelten Bucheckern gefüttert werden; die Schweine werden schnell fett, aber reine Buchmast macht das Schweinefett fließend u. das Fleisch zum Räuchern untauglich, man füttert daher gern Erbsen darunter. Anderen Thieren, bes. Pferden, sind[406] sie schädlich; Menschen macht ihr zu häufiger Genuß Kopfschmerzen u. Fieber; doch haben die Einwohner von Skios während einer Belagerung sich meist mit Bucheckern erhalten. Sonst geben sie Nahrung für Rothwild, viele Vögel u. mehrere Nagethiere. Die Buchrinde dient als Lohe zum Gerben, die Blätter sollen zum Ausstopfen der Matrazzen besser als Stroh sein. Die B. gehörte bei den Germanen zu den heiligen Bäumen, u. noch jetzt glaubt man, der Blitz schlage nicht in dieselbe; 2) Hainbuche, s.d.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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