Cacāo


Cacāo

Cacāo (span.), die Früchte eines tropischen Baumes, Theobroma cacao (Cacaobaum); dieser ist 20–40 Fuß hoch, mit länglichen, zugespitzten, ganzrandigen, grünen, kahlen, jung röthlichen Blättern, linealpfriemlichen Nebenblättern, flaumhaarigen gehäuften Blüthenstielen, rosenrothen, eilanzettlichen Kelchblättern u. kürzeren, kahnförmigen, citronengelben, roth geaderten Blumenblättern. Geringere Sorten kommen auch wohl von Th. bicolor, Th. guianensis, Carolina princeps, Genipa Merianae (Wilder Cacaobaum). Die Früchte des wahren C-baums sind gurkenförmig, fleischig, 6–8 Zoll lang u. 2 Zoll breit, zugespitzt, zehnfurchig u. mit Warzen besetzt, anfänglich blaßgrün, dann gelblich, bei der Reise hochroth. In einer gelben dicken u. einer weißen zarten Rinde darunter, finden sich, in einem weißen, angenehm sauern, eßbaren, häufig zu Branntwein benutzten Mark, reihenweise, 25–40 olivengroße, eiförmige Cacaobohnen (Cacaonüsse), mit violettblauem, saftigem Kern in harter, zerbrechlicher brauner, oft graubrauner Schale. Wenn die Früchte reif sind, werden sie abgenommen, die Schalen zerbrochen, die Bohnen von den fleischig schleimigen Umgebungen gereinigt u. in bedeckte Körbe od. Gefäße gethan, wo sie 4–5 Tage der Gährung unterliegen, rothbraun werden u. ihren vorher bittern u. herben Geschmack verlieren; dann werden sie an der Sonne getrocknet u. verpackt. Häufiger jedoch werden sie gerottet, d.h. noch frisch in die Erde gegraben od. in Körbe u. Fässer verpackt u. mit Steinen beschwert, wodurch die Gährung bedeutender wird, die Bohnen brauner. werden u. ihren von Natur viel herberen u. bitteren Geschmack theilweise verlieren, u. worauf sie dann auch getrocknet werden. Man erkennt den gerotteten Cacao an einem grauen sandigen, mit Glimmerblättchen vermischten od. röthlichem, thonigem Überzuge, wie man z.B. bei dem Guatimala-C., dem von Carracas, Guayaquil, Berbice, Surinam u. Essequebo findet. Der beste, sehr angenehm u. mild schmeckende C. kommt wohl nie nach Europa. Es ist der kleine, fast goldgelbe Soconusco-C., dem der kleine dunkel orangengelbe C. von Esmeraldas ähnlich ist. Die bekanntesten Sorten sind: a) Caracas-C, von Caracas, Nicaragua u. Soconusco, der beste, rund, groß u. schwer, fettig, roth u. mit einem silbergrauen Staub überzogen; b) C. von Guayaquil, minder gut u. fettig, aber von derselben Farbe, groß u. platt, mit wenig Staub von außen u. bitterlichem, doch nicht unangenehmem Geschmack; kommt jetzt viel auf die europäischen Märkte; c) Maranhao-C, dem vorigen ziemlich gleich, nur etwas geringer in Qualität; Geschmack etwas zusammenziehend d) Berbice-C., der fetteste von allen, doch kleiner als der Caracas-C., auch ebner u. glatter, mit hellgrauem, glimmerartigem Staube; e) Surinamscher C. in 2 Sorten, wovon eine dem Berbice-, die andere dem Guayaquil-C. gleicht; f) C. von Cayenne, verschiedenfarbig, unbestaubt u. mit scharfem Geschmack; g) C. von den Inseln (den Antillen, bes. von Martinique), gleicht dem vorigen ziemlich, ist aber etwas geringer; h) C. von Grenada, der vorzüglich über England zum Handel kommt, ist in Hinsicht der Güte dem von Cayenne ziemlich gleich; i) C. Bourbon, von der französischen Insel Bourbon, kommt erst seit Kurzem in den Handel, ist kleiner als der Caracas; k) der Brasilianische (Maragna-) C. ist der schlechteste u. kommt wenig in den Handel. Der Hauptbestandtheil der C-bohnen ist ein festes, fettes Öl, etwa 50–60 Procent, die übigen sind ein dem Coffein verwandter bitterer Extractivstoff, Eiweißstoff Schleim, Spuren von Stärkemehl u. ein Farbestoff. Die Bohnen sind seit den ältesten Zeiten ein wichtiges Nahrungsmittel in Amerika u. werden bei uns nach Art des Kaffees u. statt desselben vorzüglich auf Anrathen der Homöopathen bereitet u. getrunken, od. mit Zusätzen von Zucker, Gewürz etc. zur Chocolade benutzt, deren Hauptbestandtheil sie bilden. Das Mahlen desselben geschieht auf einer Cacaomühle, die aus einer Welle besteht, welche mit einer Kurbel, einem Tret- od. Wasserrade bewegt wird. Um Cacaomasse (Cacaobrod) zu erhalten, werden die C-bohnen gerieben u. zubereitet, wie bei der Chocolade, nur mit der Abänderung, daß kein Gewürz u. oft auch kein Zucker dazu kommt; dieselbe wird oft mit Kartoffelmehl od. durch Entölung verfälscht. Ist das beigemischte Mehl nicht ganz sein, so bildet es, in Wasser aufgelöst, einen leicht erkennbaren Bodensatz. Der stärkste Gebrauch des C. ist in den südlichen Ländern, auf den Colonien, in Spanien, Portugal u. Italien. Außerdem wird das Cacaoöl (Cacaobutter, Butyrum s. Oleum C.) durch Auspressen od. Auskochen gewonnen. Es ist bei ersterem Verfahren gelblich aschgrau, von der Consistenz des Schöpstalges, nicht ranzig werdend, bei letzterem weißer, reiner u. reichlicher, schmilzt bei 24–25° C., specifisches Gewicht 0,91, riecht nach C., schmeckt süßlich angenehm, löst sich wenig in warmem Weingeist, reichlicher in Äther, gibt mit Kali eine gute, feste, nicht leicht ranzig werdende, deshalb zum medicinischen Gebrauch taugliche Seife, Cacaoseife, u. kann auch zu hell u. ruhig brennenden Kerzen verarbeitet werden. Das C-öl wird selten innerlich, wohl aber äußerlich gegen aufgesprungene Lippen, wunde Brustwarzen[541] der Säugenden, bei Hämorrhoidalknoten, auch zu Pomaden, zu Backwerk, ferner, da es Metalle gegen den Rost bewahrt, zum Bestreichen von chirurgischen Instrumenten benutzt Verfälscht wird die C-butter mit Rindstalg, Ochsenmark u. anderen Fetten, welche indeß bei stärkerer Menge an der mehr grauen Farbe derselben erkenntlich sind; mit Talg versetzt schmilzt sie bei 28–30° C., mit süßem Mandelöl schon bei 23° C. Außerdem verrathen Geruch u. Geschmack leicht die Beimischung fremder Fettsubstanzen. Entölter C., der Cacaobutter beraubt, wird besonders als Getränk für Magenleidende empfohlen. Der C. gehört zu den kräftig nährenden Pflanzensubstanzen, dient daher auch nicht nur zum diätetischen Gebrauch, sondern auch in bloßer Abkochung der gerösteten Bohnen, als kaffeeähnliches Getränk u. wird so statt des Kaffees genossen, dient auch in Krankheiten mit Entkräftung u. Abzehrungen aller Art als Stärkungsmittel. Die Schalen des gerösteten C. (Cacaoschalen) geben den Cacaothee; sie werden auch zu Branntwein, ja sogar zu Mischung des Rauchtabaks benutzt.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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