Caracalla [2]


Caracalla [2]

Caracalla, M. Aurelius Antoninus Bassianus, Sohn des Kaisers Septimius Severus u. der Julia Domna, geb. 188 n. Chr. zu Lugdunum in Gallien. Noch als Knaben nahm Severus den C. u. seinen jüngern Bruder Geta mit zu einem Feldzug gegen die Parther, wo sie von der Leibwache 196 zu Cäsaren u. C. 198 zum Augustus ausgerufen wurde. Dann vermählte Severus den C. in Rom mit der Fulvia Plautilla, Tochter seines Günstlings Plautianus, welche er jedoch nicht liebte. Zwischen C. u. Geta herrschte, obgleich sie sich in der Grausamkeit ihres Gemüthes u. in den Ausschweifungen ihres Lebenswandels gleich waren, die größte Abneigung, u. Severus, um sie nicht in Rom allein zu lassen, nahm sie beide mit nach Britannien, wo Krieg gegen die Eingebornen war. Hier benutzte C. die Gelegenheit sich das Heer zu gewinnen. Nach dem Tode des Severus (211), welcher nach allgemeiner Annahme durch C. selbst verursacht war, sollte C. u. Geta, welche schnell einen schimpflichen Frieden mit den Barbaren machten, nach der Rückkehr nach Rom gemeinschaftlich regieren, allein C. tödtete den Geta (212) u. regierte allein, s. Rom (Gesch.). Unter den vielen Opfern, welche seinem Blutdurst fielen, war auch der Jurist Papinianus. Er war grausam u. habsüchtig; deshalb verhaßt in Rom machte er eine Reise durch alle Provinzen des Reichs, ging nach Dacien, Thracien, Macedonien, Nikomedien u. Antiochien, eroberte Osrhoene u. colonisirte die Hauptstadt Edessa. Überall, wohin er kam, plünderte u. raubte er u. mißhandelte alle Unterthanen. In Alexandrien richtete er aus Rache wegen der Sarkasmen einiger Bewohner der Stadt über seinen Brudermord ein gräßliches Blutbad an, s. Ägypten (Gesch.). Bald darauf stiftete Macrinus, Praefectus praeterio, eine Verschwörung zu Edessa gegen ihn, von deren einem Mitgliede, Julius Martialis, C. zwischen Karrhä u. Edessa i. J. 217 erdolcht wurde. In Rom baute er einen Circus u. ein Bad (Caracallae Circus u. C. balneum), s. Rom (a. Geogr.).


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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