Convallarĭa


Convallarĭa

Convallarĭa (C. L.), Pflanzengattung aus der Familie der Smilaceae-Convallarieae, 6. Kl. 1. Ordn. L. mit glockenförmiger od. trichterigröhriger, sechszähniger, einfacher Blüthenhülle, dreifächeriger, ein- od. vielsamiger Beere, 6 Staubgefäßen u. 1 Griffel; die mit trichterigröhriger Blüthenhülle u. mehreren Samen in jedem Fache auch als besondere Gattung unter dem Namen Polygonatum aufgestellt. Merkwürdige Arten: C. majalis (Maiblume), deutsche Waldblume, mit 2 Wurzelblättern, glockenförmigen, traubenständigen, weißen, auch gefüllt werdenden, wohlriechenden Blüthen, rothen Beeren, häufig in Gärten, u. da sie sich gut treiben läßt, in Aschen als Zimmerpflanze cultivirt. Die Beeren waren officinell u. gegen die Epilepsie berühmt; die Blumen (Flores lilii convallii) werden gepülvert als Niesemittel u. unter Kräuterschnupftabak gebraucht, auch wurde ein abgezogenes Wasser, Conserve u. Essig davon bereitet; C. polygonatum (Polygonatum vulgare, Salomonssiegel [wegen der an den Knoten derselben befindlichen Eindrücke, an denen man Ähnlichkeit mit einem Siegel zu finden glaubte], Schminkwurz): deutsche Waldpflanze, mit zweieckigem, übergebogenem Stängel, abwechselnden, ovalen, 2–3 Zoll langen, nach einer Seite gerichteten Blättern, einzelnen, cylindrischen, sechsspaltigen, weißen u. grünlichen, achselständigen, 3/4 Zoll langen Blüthen, schwarzblauen Beeren, weißer, spannenlanger, fingersdicker, knotiger, schleimiger, geruchloser Wurzel; die gequetschte Wurzel; sonst zu entzündungswidrigen Umschlägen, das Pulver mit Rosenwasser als Schminke, der Saft als Schönheitsmittel gebraucht. In Schweden u. Rußland wird sie unter das Brod gebacken; die jungen Sprossen können wie Spargel genossen werden; die Beeren machen Erbrechen u. Purgiren; C. multiflora (Polygatum multiflorum), der Vorigen ähnlich, doch mit kleineren, zu 3–5 an einem Stiele stehenden Blüthen; auf gleiche Weise gebraucht.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.