Dampĭerre


Dampĭerre

Dampĭerre (spr. Dangpiähr), 1) Gui de D., geb. 1225, wurde nach dem Tode seines älteren Bruders 1271 Graf von Flandern; mit Philipp dem Schönen in Fehde, wurde er von diesem gefangen u. st. 1305, als er eben freigelassen werden sollte; über seine Regierung s. Flandern (Gesch.). 2) Henri Duval, Graf von D., geb. um 1560 im Bisthum Metz, diente zuerst Rudolf II. in Ungarn gegen die Türken, half unter Basta die Unruhen in Siebenbürgen dämpfen, commandirte mit Ludw. Ragoczy in Leipa, siegte 1604 über Bethlen Gabor, mußte aber mit Belgiojoso Bocskai weichen; 1605 führte er in Gran das Commando gegen den Großvezier, wurde aber von der aufrührerischen Besatzung gebunden u. die Festung übergeben; darauf zum Kriegsrath u. Oberst ernannt, focht er gegen Venedig; im Dreißigjährigen Kriege führte er 1618 Truppen gegen Böhmen u. eroberte Budweis, mußte es aber wieder räumen; er siegte 1619 mit Buquoi u. Wallenstein bei Tein über Mansfeld u. befreite dadurch Wien, rückte mit 8000 Mann nach Mähren, wurde aber bei Wistritz zurückgedrängt, rückte 1620 mit 10,000 Mann gegen Preßburg u. blieb bei dem Sturm dieses, von den Truppen Bethlen Gabors besetzten Platzes. 3) Aug. Henri Marie Picot, Marquis de C., geb. 1756 in Paris, trat früh in Kriegsdienste, nahm aber bald seinen Abschied; zur Zeit der Revolution trat er wieder ein, wurde 1791 Oberst, 1792 Divisionsgeneral u. zeichnete sich unter Dumouriez bei Jemappe aus, befehligte hierauf 1793 die französischen Vorposten u. sollte die Belagerung von Mastricht decken, wurde aber von den Österreichern bei Aldenhoven geschlagen u. commandirte dann bei Neuwied das Centrum der Franzosen. Nach Dumouriez Abfall erhielt er das Commando der republikanischen Armee, griff, von den Commissären des Convents getrieben, die Verbündeten bei Quiévrain 6. Mai 1793 erfolglos an, verlor durch eine Kanonenkugel ein Bein u. starb zwei Tage darauf. Der Nationalconvent ließ seinen Leichnam im Pantheon beisetzen.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.