Frisiren


Frisiren

Frisiren (v. fr.), 1) die Haare einer Perücke od. am Kopfe regelmäßig kräuseln, toupiren u. in Locken ordnen; daher Frisur, das Glätten u. Kräuseln der Haare u. das Anordnen einer Haartour; 2) an Kleidungsstücken, Vorhängen u. dgl. Band, Fransen, od. einen Streif (dies Alles zusammen Frisur), faltig od. kräuselig annähen; 3) auf der rechten Seite des Tuches u. anderer wollener Zeuge die Haare, welche man in dieser Absicht etwas lang läßt, zu kleinen Knötchen zusammenreiben. Es geschieht dies entweder mit der Hand od. in der Frisirmühle. Die wesentlichsten Theile derselben sind 2 starke, hölzerne Platten, so lang, als das Tuch breit ist; die untere Platte steht fest, die obere wird durch den Haken einer Welle beständig hin u. her gerückt; die innere Seite der oberen Platte wird 1/4 Zoll dick mit Leim u. klarem Sand überzogen; eine andere Welle zieht das Tuch nach u. nach durch die Platten, welches 2–3mal wiederholt wird. Solche Zeuge heißen Frisirte Zeuge, Frisirtes Tuch etc. 4) (Tanzl.), einen Pas f., ihn etwas gebogen machen; 5) (Kochk.), Äpfel u. rübenartiges Gemüse künstlich ausschneiden.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Frisiren — Zu viel Frisiren macht den Kopf kahl. Span.: Muchos adobadores estragan la novia. (Cahier, 3178.) …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

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  • Brennschere — Die Brennschere oder auch Brennzange (teilweise auch Brenneisen, Toupeteisen oder Perückeneisen genannt) ist ein Werkzeug zur Ondulation des menschlichen Haupthaares. Sie findet in der Friseurtechnik keine Anwendung mehr. Inhaltsverzeichnis …   Deutsch Wikipedia

  • Narbig — Narbig, 1) (Bot., Cicatrisatus), mit Narben versehen; 2) Rarbig machen, so v.w. Frisiren 3) …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Perücke — (v. fr. Peruque), eine Kopfbedeckung von Haaren, welche dem natürlichen Haupthaar mehr od. weniger ähnlich ist, u. welche man sonst zur Zierde trug, jetzt nur noch bei ganzem od. theilweisem Mangel des Haupthaares trägt. Die zu verschiedenen… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Ratin — (Ratine), ehemals gebräuchliches, friesartiges, gekörpertes wollenes Zeug, zeichnete sich durch seine eigenthümliche Zurichtung, das Ratiniren od. Frisiren (s.d. 3) aus, welche neuerdings wieder in der Mode aufgetaucht ist …   Pierer's Universal-Lexikon

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  • Rattenschwanz — Rattenschwanz, 1) der nackte Schwanz einer Ratte; daher 2) (Rattenschweif), ein Fehler bei Pferden, s. Pferd C) b); 3) kleinste Art der runden Feilen; 4) Fehler des Tuchs, wenn beim Scheren ein Streif Haare stehen geblieben ist, od. wenn beim… …   Pierer's Universal-Lexikon