Galvanisches Kohlenlicht


Galvanisches Kohlenlicht

Galvanisches Kohlenlicht (Galvanisches Licht). Wenn man die Entladung einer galvanischen Batterie durch an einander gestellte Kohlenstücke gehen läßt, so zeigt sich starke Licht- u. Wärmeentwickelung Es werden dabei die Spitzen erhitzt u. leuchten mit blendend weißem Lichte; benutzt man Kohlenstücke, die in derselben Weise präparirt sind, wie die Kohlencylinder der Bunsenschen Batterie, so genügen vier Grovesche od. Bunsensche Elemente, um einen leuchtenden Stern hervorzubringen; wenn man aber die Zahl der Elemente vermehrt, so nimmt der Glanz der Erscheinung sehr zu. Mit einer Kette von 30 bis 50 Elementen erhält man schon ein Licht, welches das Drummondsche Kalklicht (Siderellicht) weit übertrifft; nach Figeau u. Foucault ist das durch 46 Bunsensche Elemente erzeugte Kohlenlicht 34 Mal so stark, als das Drumm ondsche. Bei Anwendung einer solchen Anzahl von Paaren kann man, wenn der Strom im Gange it, die Kohlenspitzen von einander entfernen, u. indem die glühenden Kohlentheilchen von dem einen Stabe zu dem anderen überspringen, erhält man die herrliche Erscheinung eines Lichtbogens, dessen Lichtglanz dem der Sonne nahe kommt u. in welchem selbst die am schwersten schmelzbaren Substanzen schmelzen. Im lufterfüllten Raume verzehrt sich dabei allmällg die Kohle, was vermieden wird, wenn an die Kohlenspitzen an Messingstäben befestigt, welche durch Stopfbüchsen in einen luftleer gemachten Glasballon führen. Der Versuch rüht von H. Davy her. Vorschläge, die Anwendung des Kohlenlichtes zur Beleuchtung auf Leuchtthümen anzuwenden, sind bis jetzt auf eine genügende Weise noch nicht in Ausführung gebracht worden. In der neuesten Zeit machte Jacobi in Petersburg in Verbindung mit Augeraud aus Paris intressante Versuche mit der Straßenbeleuchtung mit Hülfe des G. K-s. Von dem Admiralitätsthurme wurden durch eine Kohlenbatterie von 185 Elementen die drei größten Straßen Petersburgs, Abends von 7–10 Uhr, er leuchtet; das Licht selbst var so hell, daß es die Augen kaum einige Secunden lang ertragen konnten. Trotzdem, daß gan reine Luft u. sternhelle Nacht war, sah man seiwärts stehend in der Luft von dem Lichte Strahlen ausgehen, gerade so, als wenn Sonnenlicht durch ein kleines Loch in eine finstere Kammer fällt. Das Licht der Gaslanternen erschien roth u. rusig. Einer dauernden Anwendung des G. K-s steht namentlich die Schwierigkeit entgegen, die Kohenspitzen in ihrer Stellung so zu reguliren, daß ie lange ein gleichmäßiges Licht gewähren, u. dennächst die Kostspieligkeit der Unterhaltung des galvanischen Stromes. Nur wenn es darauf ankommt, auf kurze Zeit ein blendendes Licht zu erzeugen, ist as G. K. vortheilhaft, z.B. in Theatern, um den Aufgang der Sonne nach zu ahmen.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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