Haken [1]


Haken [1]

Haken, 1) ein krumm od. in einen Winkel gebogener [860] Gegenstand von Holz od. Eisen, bes. um etwas damit fortzuziehen, zu heben od. aufzuhängen; 2) anatomisches od. chirurgisches Instrument mit einem Häkchen an einem Ende, um die Hautlappen, Adern od. andere Theile zu fassen u. festzuhalten, wie der Blomfieldsche H. zum Hervorziehen der Arterien beim Unterbinden; 3) (Seew.), das gekrümmte Eisen, meist in Sichelform, das bes. im Seewesen die verschiedenartigste Anwendung findet; hierher gehören Ankerhaken, der H. des Kattblocks (s.d.), um den Anker unter die Brahe zu hissen; Balkhaken (Teufelsklaue), mit gespaltenen Spitzen zum Fortschleppen des Rundholzes; Blockhaken, am Block, um diesen fest zu machen; Bootshaken, an einer Stange, die der Bugmann hält, um ein Boot anzulegen od. abzustoßen; Dregghaken, zum Auffischen eines verlorenen Gegenstandes; Eshaken, doppelt gerümmt, in S Form; Handhaken für die Wollsäcke, um sie mit der Spitze zu packen; Klemmhaken (Kluben), starke Haken, im rechten Winkel gebogen, die als Klammern verwendet werden, um. zwei Gegenstände zusammen zu halten; Panterhaken, um den Anker zu pantern (s.d.); Pumphaken, mittelst welchem der Pumpeimer in die Pumpe gehängt wird; Ruderhaken (s. Fingerlinge am Steuerruder;) Schinkelhaken, ein Tau, an. dessen beiden Enden platte H. gestroppt sind, um diese an die Krösen (vorstehender Rand eines Faßbodens) einzuhaken u. das Faß zu hissen; Speckhaken (Nasehaken), ein bis 100 Pfund schwerer H., der dem getödteten Wallfische in die Nase gehakt wird, um ihn an der Seite des Schiffes festzuhalten; 4) (Landw.), der Peryhaken, eins der ältesten u. wohlfeilsten Ackergeräthe, besteht aus einer 9 Zoll breiten, 12 Zoll langen, 11/3 Zoll dicken Eisenplatte, die mit einem eisernen Bande an dem Haupte befestigt ist. An ihr sind zwei entgegengesetzte Seiten einander gleich u. laufen mit einander parallel; durch ein eisernes Band ist die Schar an einer vom Grindel schief einlaufenden kurzen Säule befestigt; die auf beiden Seiten der Schar angebrachten hölzernen Streichbreter werden beim Unterbringen der Saat entfernt. Dieser H. bringt das Land in lauter schmale Stücken u. bewährt sich sehr gut; der Schwedische H., Arder, er kommt in zwei Hauptformen vor, eine mit geschwungener u. eine mit gerader Sohle; erster eignet sich für steinigen, letzterer für steinfreien Boden; 5) so v.w. Crochet 4), vgl Festungskrieg E) Bb) a); 6) (Waffenk., Hakenbüchse), so v.w. Arquebuse; 7) die Schaufel eines Ankers; 8) der große Zahn der weiblichen Wildsau; 9) zwei Zähne im Maule der Oberkiefer des Rothwilds; 10) die bei Pferden zwischen den Vorder- u. Hinterzähnen einzeln stehenden Zähne von der Form eines H-s; 11) (Anat.), so v.w. Hakenförmiger Fortsatz; 12) an den Füßen der Bienen die vier kleinen Spitzen, mit welchen sie sich an einem Gegenstande festhalten können; 13) so v.w. Hakenhufe.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Haken — bezeichnet: Haken (Gerät), ein Bauteil oder Werkzeug zum Anbringen von Lasten Angelhaken, zum Fischfang Felshaken, eine Sicherung im Klettern und Bergsport Haken (Boxen), eine Schlagtechnik im Boxen Häkchen (Schriftzeichen), ein Schriftsymbol, um …   Deutsch Wikipedia

  • Haken — Sm std. (9. Jh.), mhd. hāke(n), ahd. hācko Stammwort. Aus vd. * hǣggōn m. Haken neben g. * hakōn in as. hako, ae. haca, anord. haki und g. * hōka in mndd. hōk, huk, afr. hōk, ae. hōc Haken und anord. hœkja f. Krücke . Außergermanisch vergleicht… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Haken — may refer to:* Wolfgang Haken, mathematician who helped prove the four color theorem and made notable contributions to low dimensional topology * a type of 3 manifold, called a Haken manifold, named after Wolfgang Haken * Rianne ten Haken, Dutch… …   Wikipedia

  • Haken — Haken: Mhd. hāke‹n›, ahd. hāko, mnd. hōk, engl. hook, ablautend asächs. hako, aengl. haca, schwed. hake gehen mit verwandten Wörtern in anderen idg. Sprachen, vgl. z. B. die baltoslaw. Sippe von russ. kogot᾿ »Klaue; gekrümmte Eisenspitze«, auf …   Das Herkunftswörterbuch

  • haken — Haken: Mhd. hāke‹n›, ahd. hāko, mnd. hōk, engl. hook, ablautend asächs. hako, aengl. haca, schwed. hake gehen mit verwandten Wörtern in anderen idg. Sprachen, vgl. z. B. die baltoslaw. Sippe von russ. kogot᾿ »Klaue; gekrümmte Eisenspitze«, auf …   Das Herkunftswörterbuch

  • Haken — Haken, verb. reg. act. vermittelst eines Hakens ergreifen, herbey ziehen u.s.f. wo es doch in den Zusammensetzungen anhaken, einhaken, abhaken u.s.f. am üblichsten ist. In den Gegenden, wo man sich statt eines Pfluges des Hakens bedienet,… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Haken — [Aufbauwortschatz (Rating 1500 3200)] Auch: • Häkchen • Kreuzchen Bsp.: • Gibt es einen Haken, an dem ich meinen Mantel aufhängen kann? • Aber wie immer gab es einen Haken …   Deutsch Wörterbuch

  • Haken — Haken, Hakenbüchse, das alte kurzläufige schwere Feuergewehr, so von dem Haken am Schafte genannt, der zur sicheren Auflage der Büchse auf einer Gabel diente; die H. schossen 4–8 Loth Blei …   Herders Conversations-Lexikon

  • Haken [2] — Haken, das Feld mit dem Hakenpflug bearbeiten …   Pierer's Universal-Lexikon