Hunolistein


Hunolistein

Hunolistein, eine uralte standesherrliche Familie, welche vielleicht mit dem im Nibelungenliede vorkommenden Geschlechte Hunolt identisch. ist, u. deren Stammschloß Hunoltstein Ruinen an der Tron unweit der Überreste des Schlosses Troneck liegt. Die Familie zerfiel frühzeitig in mehrere Linien. Als 1523 nach dem unglücklichen Kriege Franz' von Sickingen, mit welchem die H. verbündet waren, gegen die Kurfürsten von Mainz, Trier, den Pfalzgrafen etc., die Vogtei Hunolisteln u. die Herrschaft Neumagen an der Mosel, sowie auch die damit verbunden gewesenen Standesrechte, verloren gingen, theilte sich die Familie in die noch übrigen Güter. Die lothringenschen Besitzungen kamen an die seit 1626 gräfliche Linie u. die im Nahethal gelegenen, Merxheim, Martinstein u. später Stein-Kallenfels an die freiherrliche. Das Geschlecht zerfällt gegenwärtig noch in eine gräfliche u. die freiherrliche Linie. I. Gräfliche Linie: Vogt von Hunolstein (so schreibt sie sich seit 1818), folgt der Katholischen Confession, ist in Lothringen angesessen u. ihr dermaliger Chef ist: 1) Graf Louis, Sohn des 1838 verstorbenen kaiserlichen französischen Kämmerers u. Pairs Grafen Felix, geb. 1804, ist seit 1847 Wittwer von seiner zweiten Gemahlin Antoinette Marie geb. Marquise dt Bassompierre; sein ältester Sohn erster Ehe mit Helena, der Tochter des Herzogs Bouchet de Sourches-Tourzel (st. 1837), Leopold, ist 1826 geboren. II. Freiherrliche Linie: Vogt von u. zu Hunolistein, genannt Stein-Kallenfels; Merxheimer od. Stein-Kallenfelssche Linie, folgt der Reformirten Confession u. ist in Baiern, Württemberg u. Baden angesessen; sie gehörte bis zum Ausbruch der ersten Französischen Revolution zur reichsunmittelbaren Ritterschaft der Cantone Mittel- u. Niederrhein; ihr derzeitiger Chef ist: 2) Freiherr Karl, Sohn des 1832 verstorbenen württembergischen Oberstjägermeister Freiherrn Christian, geb. 1802, ist badischer Oberamtmann u. Vorstand des Oberamtsbezirks Kork bei Kehl u. seit 1840 mit Johanna geb. Walter vermählt.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.