Ichneumon


Ichneumon

Ichneumon, 1) Herpestes Ill., Mangiste Oliv. Cuv., Raubthiergattung aus der Familie der Viverrinen, mit sechs Backenzähnen oben u. unten jederseits, von denen die drei ersten Lückenzähne sind u. der erste im Oberkiefer leicht ausfällt; die Pupille ist elliptisch senkrecht, die Zunge ist mit spitzigen Hornwarzen besetzt, die Füße haben fünf Zehen mit spitzigen, halb zurückziehbaren Krallen u. vor dem After befindet sich eine Drüsentasche, neben demselben stehen aber nicht wie bei den Ziberthieren (Viverra) noch zwei besondere Drüsen. Diese Thiere bewohnen nur die wärmeren Gegenden der alten Welt, haben die Lebensweise der Iltisse u. nähren sich wie diese von Ratten, Mäusen, Vögeln, Vogeleiern, Schlangen, Krokodileiern etc. Die bekannteste Art ist der Ägyptische I. (H. Ichneumon Illig.), mit dunkel kastanienbraun, weißlich geringelten Haaren, schwärzlichbraunen Beinen, eben so gefärbter Schnauze u. schwarzem Haarpinsel am Ende des 20 Zoll langen Schwanzes. Das Thier selbst wird 23 Zoll lang. Es zieht sich nach der Nilüberschwemmung in die Dörfer, wo es die Hühnerhöfe besucht, da es aber auch Krokodileier aussäuft, hilft es die Krokodile vertilgen, u. hauptsächlich deshalb wurde es wohl von den alten Ägyptiern in ihren Tempeln verehrt. Daß der I. durch den Rachen in den Bauch des Krokodils krieche, die Eingeweide verzehre u. sich dann wieder durch den Bauch hindurchfresse, u. ähnliche Erzählungen der Alten sind Fabel. Andere, aber meist kleinere Arten sind: der Graue I. (H. griseus Desmar.), in Südafrika; der Numidische I. (H. numidicus Fr. Cuv.); der I. von Malakka (H. malaccensis Fr. Cuv.), auf Malakka u. Pondichery; der Weißschwänzige I. (H, leucurus H. E., Nims), in Dongola durch Ehrenberg u. Hemprich entdeckt; der Javanische I. (H. javanicus), in Java u. Ostindien; der Mungo (H. Mungo Desmar.), in Ostindien u. auf den Sundainseln, verfolgt unablässig die Schlangen[771] auch giftige, sucht aber gebissen, sich nicht selbst ein Heilmittel in der Schlangenwurzel, wie man sonst vorgab; der Vansir (H. galera Desmar.), in Madagascar; 2) so v.w. Schlupfwespe.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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