Kirchenväter

Kirchenväter

Kirchenväter (Patres ecclesiae), die christlichen Männer, welche durch Lehre, Schrift u. Wandel die Träger des kirchlichen Lebens in der Alten Kirche waren; die protestantische Theologie beschränkt diesen Namen auf die bis zum 7. Jahrh., während die Katholiken sie bis in das 13. Jahrh. fortführen. Ihre Vorgänger waren die Apostolischen Väter (s.d.). Die Katholiken unterscheiden auch zwischen K-n, welche wegen ihrer unzweifelhaften Rechtgläubigkeit in besonderer Achtung in der Kirche standen u. sich durch hervorragende productive Kraft auszeichneten, u. Kirchenschriftstellern (Scriptores ecclesiastici), zu welchen sowohl die kirchlichen Lehrer nach der Zeit der Väter, als auch die mit den K-n gleichzeitigen gehören, welche nicht ganz rechtgläubig im Sinne der Katholischen Kirche waren; Kirchenlehrer (Doctores ecclesiae) heißen auch die späteren Scholastiker Die vorzüglichsten K. der Griechischen Kirche sind Athanasios, Basilios d. G., Gregorios von Nazianz u. Chrysostomos; die der Lateinischen Kirche Gregorius d. G., Augustinus, Ambrosius u. Hieronymus, denen von ihren Kirchen besondere Gedächtnißtage geweiht wurden. Die Wissenschaft, welche sich mit der Darstellung des Lebens, der Lehren u. der Erklärung der K. beschäftigt, heißt Patristik od. Patrologie; man unterscheidet auch beide Bezeichnungen u. versteht dann unter Patrologie die Berücksichtigung der Persönlichkeit u. Schriften der K., also des bio- u. bibliographischen Momentes; unter Patristik aber die Beschäftigung mit der Lehre, also mit dem theologischen Moment. Der Erste, welcher sich mit der Patristik beschäftigte, war Hieronymus in seiner Schrift Scriptores ecclesiastici, dann Gennadms, Isidorus Hispalensis, Ildefonsus u.a., gesammelt von I. A. Fabricius in Bibliotheca ecclesiastica, Hamb. 1718; Bellarmin, De scriptoribus eccl., Rom 1613; Labbe, Dissertatio de scriptt. eccles., Par. 1660, Suppl. dazu von Oudin, ebd. 1686; Dupin, Nouvelle bibliothéque des auteurs ecclés., ebd. 1686–1714; Schönemann, Bibliotheca historico-literaria Patrum latinorum, Lpz. 1792–94; Walch, Bibliotheca patrist., Jena 1770, u. Aufl von Danz, ebd. 1834; Winter, Patrologie, Münch. 1814; Engelhardt, Leitfaden zu Vorlesungen über Patristik, Erl. 1823; Goldwitzer, Bibliographie der K., Landsh. 1828; Danz, Initia doctrinae patrist., Jena 1839; Möhler, Patrologie, Regensb. 1839; Eberl, Leitfaden zum Studium der Patrologie, Augsb. 1854. Das Studium, früher mehr in den Katholischen, seit dem vorigen Jahrh. auch in den Protestantischen Kirchen getrieben, ist bes. für Kirchen- u. Dogmengeschichte. Exegese u. Dogmatik wichtig. Gesammelt sind die K. von de la Bigne, Magna bibliotheca veterum Patrum, Par. 1575 u. 1654, 17 Bde., Fol.; Maxima bibl. vett. Patr., Leyd. 1677, 27 Bde.; Fol. (darin die griechische in lateinischer Übersetzung), dazu Le Nourry, Apparatus ad bibliothecam max. vett. Patr., Par. 1703–25; Andr. Gallandi. Biblioth. vett. Patr., Vened. 1765–81, 14 Bde, Fol.; Migne, Patrologiae cursus completus. Par. 1840 ff.; Bibl. Patr. eccles. latin. selecta, herausgegeben von Gersdorf, I. H. Goldhorn, R. O. Gilbert, E. F. Leopold, O. Fridol. Fritzsche, Lpz. 1838–42, 10 Bde.; Bibliotheca sacra Patrum eccles. graecorum, von K. E. Richter u. R. Klotz, ebd. 1826–34, 4 Bde. (unvollendet); Auszüge u. Christomathien von Rösler, Bibliothek der K., Lpz. 1776–86, 10 Bde.; Grabe, Spicilegium Patrum saec.I.–III., Oxf. 1698; Augusti, Chrestomathia patrist., Lpz. 1812; Royards, Chrestom patr., Utr. 1831; Collectio sel. SS. ecclesiae Patrum, von A. B. Caillau u. N. S. Guillon, Par. 1833–40; Sinter, Patrum graec. saec. IV. delectus, Par. 1842; Thilo, Bibliotheca Patrum graec. dogmatica, Lpz. 1853 f.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Kirchenväter — (lat. patres ecclesĭae), die Theologen der alten Kirche vom 2. bis zum 6. Jahrh., deren Schriften als Muster rechtgläubiger Lehre gelten. Leben und Werke der K. behandelt die Patristik und Patrologie. Genauer unterscheidet man Kirchenlehrer… …   Kleines Konversations-Lexikon

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  • Kirchenvater — Darstellung der Kirchenväter in der altrussischen Sammelhandschrift Isbornik Swjatoslaws (Kiew 1073) Als Kirchenvater (von lat. pater ecclesiae zu grch. πατηρ εκκλησιαστίκος) wird ein christlicher Autor der ersten acht Jahrhunderte bezeichnet,… …   Deutsch Wikipedia

  • Kirchenväter — Als Kirchenvater wird ein christlicher Autor der ersten acht Jahrhunderte bezeichnet, der entscheidend zur Lehre und zum Selbstverständnis des Christentums beigetragen hat. Inhaltsverzeichnis 1 Zum Begriff 2 Kirchenväter in der Kunst 3 Bedeutende …   Deutsch Wikipedia

  • Kirchenvater — Kịr|chen|va|ter 〈m. 3u〉 Kirchenschriftsteller des Altertums, in dessen Schriften die Anfänge christl. Theologie u. die älteste Glaubentradition versammelt sind; →a. Patrologie * * * Kịr|chen|va|ter, der [nach kirchenlat. patres ecclesiae =… …   Universal-Lexikon

  • Kirchenvater — Kirche: Die Benennung des Gotteshauses, die schon früh auch auf die christliche Gemeinschaft übertragen wurde, ist aus spätgriech. kyrikón »Gotteshaus« entlehnt. Griech. kyrikón ist eine Vulgärform des 4. Jh.s für älteres kyriakón eigentlich »das …   Das Herkunftswörterbuch

  • Kirchenvater — Lasset in solchen Sachen die Kirchenväter grübeln, sagte der Beichtiger, als ihm die Nonne sagte, sie habe am Caro factum est gegrübelt. – Klosterspiegel, 79, 6 …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Kirchenvater, der — Der Kirchenvater, des s, plur. die väter. 1) S. Kirchenlehrer. 2) S. Kirchvater …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Kirchenväter —    sind nach der Definition des Vinzenz von Lérins († Mitte des 5. Jh.) jene Schriftsteller des Altertums, die in ihrer Zeit u. an ihren Orten in der Einheit des Glaubens u. der Gemeinschaft der Kirche bewährte Lehrer (”magistri probabiles“)… …   Neues Theologisches Wörterbuch

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