Kokkelskörner


Kokkelskörner

Kokkelskörner (Cocculi indici, Semen cocculi, Fischkörner, Läusekörner), die den Lorbeerbeeren ähnlichen, graubraunen Früchte von Cocculus suberosus (Menispermum cocculus), einem in Ostindien einheimischen Schlingstauch, deren Stämme u. Äste sich bis zu den Gipfeln der höchsten Bäume emporschlingen. Die K. sind von bitterm Geschmack u. sehr giftig, sie werden zum Fangen der Fische u. Vögel, welche davon betäubt werden u. sich mit den Händen greifen lassen, benutzt, das Fleisch damit gefangener Thiere soll giftig sein, auch werden sie zum Verfälschen des Bieres, sowie in der Medicin angewendet. Der bittere Geschmack rührt von einer darin enthaltenen organischen Base, dem Pikrotoxin, her. Boullay fand eine eigenthümliche Säure darin der Menispermsäure, Pelletier u. Couërbe entdeckten das Menispermin u. Paramenispermin. Außerdem findet sich noch als eigenthümlicher Bestandtheil die Kokkelstearinsäure (s.d.)


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Kokkelskörner — Kọk|kels|kör|ner 〈Pl.〉 = Kockelskörner …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • Kokkelskörner — Kok|kels|kör|ner die (Plur.) <aus mlat. cocculae (orientales) od. cocculi (indici) »(orientalische bzw. indische) Körnchen« zu cocculus, Verkleinerungsform von spätlat. coccus, vgl. ↑Kokke> giftige Früchte eines südostasiat. Schlingstrauchs …   Das große Fremdwörterbuch

  • Kokkelskörner — Kọk|kels|kör|ner Plural <griechisch; deutsch> (Giftsamen zum Fischfang) …   Die deutsche Rechtschreibung

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