Lappen [2]


Lappen [2]

Lappen (Jagdw.), eine dünne Leine, meist Bindfaden, mit daran befestigten hellfarbigen, 4–6 Zoll langen Gegenständen, bes. Federn, je 2–3 zusammen (dann Federlappen), Papier u. dgl., od. von leinenem od. hänfenem Gewebe geschnittene, 6/4 lange, 1 Elle breite L. (Tuchlappen), entweder weiß od. mit dem Wappen des Jagdbesitzers in Ölfarbe bedruckt. Hier u. da werden auch 1 Fuß lange, 1/2 breite, 2 Linien dicke Bretchen (Flitter) eingebunden. Die L. dienen zum Verlappen bei Lappenjagden (s.d.), u. heißen zusammen, da sie das Wild scheuchen (blenden) sollen, Blendzeug. Man nimmt so viele Lappenbündel, zu 100–150 Fuß, mit, als man verlappen will u. wickelt sie von besonderen Haspeln (Wieden von Holz) ab (ablappen). Das Wiederaufwickeln nennt man aufheben. Sie werden an Büsche u. Äste befestigt od. auch an eigenen, 3 Fuß, bei Hasen- u. Fuchsjagden bis 6/4 Fuß hohen Lappenstäben (Forkeln) glatt od. oben mit einer Gabel, auf 15 Schritt eine, empor gehalten. Federlappen für Hasen u. Füchse stellt man 11/4 Fuß, für Rehe, Dammwild u. Sauen 3 Fuß, für Hirsche 41/2 Fuß hoch über die Erde. Man hängt auch 2–3 Reihen L. über einander (duplirt).


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Lappen — Sm std. (9. Jh.), mhd. lappe, ahd. lappo (auch ahd. lappa f.) Stammwort. Das pp erscheint auch außerdeutsch: as. lappa, afr. lappa, ae. lappa (vereinzelt); mit anderem Vokal ae. læppa, anord. leppr. Die Art der Variation ist unklar. Entlehnung… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

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