Linné


Linné

Linné, 1) Karl von L., geb. den 4. Mai 1707 in Råshult, einem Weilerin Småland, wurde von seinem Vater, einem Landprediger, da er in den Studien auf der Stadtschüle zu Wexiö keine Forkschritte machte, zu einem Schuster in die Lehre gethan; allein der Arzt Rothmann zu Wexiö nahm sich seiner an, so daß er seine Studien fortsetzte; seit 1727 widmete er sich in Lund u. Upsala der Medicin u. Naturgeschichte u. erhielt in Upsala von Rudbeck die Aufsicht über den Botanischen Garten anvertraut. Hier kam er zuerst auf die Idee des Sexualsystems. 1732 bereiste er Lappland u. hielt dann in. Upsala Vorlesungen; allein Eifersucht zwisehen ihm. u. Rosen vermochte ihn nach Fahlun zu gehen, wo er Unterricht in der Mineralogie gab; er wurde 1735 Doctor der Medicin in Harderwijk u. lebte dann zwei Jahre in Leyden u. Hartekamp, wo er Aufseher des Gartens des Bankier G. Cliffort wurde. Nach einer Reife nach England u. 1738 durch Frankreich, kehrte er durch Deutschland nach Schweden zurück, wo er Anfangs unbeachtet blieb u. eine Stelle als Schiffsarzt annahm; er gewann aber bald in Stockholm eine ausgebreitete Praxis u. wurde 1739 königlicher Botanicus u. Präsident der Stockholmer Akademie der Wissenschaften; 1740 unternahm er im Auftrag des Reichsrathes eine naturhistorische Reife auf die Inseln Öland u. Gothland, wurde 1741 Professor der Medicin u. Anatomie in Upsala, 1742 Professor der Botanik u. zugleich Aufseher über den Botanischen Garten, 1747 Leibarzt des Königs u. 1757 in den Adelstand erhoben. 1776 gab er, vom Schlagfluß getroffen, feine Stellen auf u. st. den 10. Jan. 1778. Seine herrlichen Sammlungen hatte er in feinem Museum zu Hammarby; sein Herbarium kam durch Kauf an die Linnésche Societät in London. Ein Denkmal ließen ihm seine Schüler in dem Botanischen Garten zu Upsala setzen, eines dergleichen steht bei seinem Geburtshause in Råshult u. 1825 wurde ihm in Stockholm eine Statue errichtet. Er schr.: Hortus uplandicus, 1731; Flora lapponica, Amsterdam 1731, 2. Bd. 1746, Lond. 1792; Systema naturae, Leyd. 1235, Fol., 13. Aufl. von Gmelin, Lpz. 1788–93, 3 Thle. in 10 Bdn., fast in alle Sprachen übersetzt, deutsch von P. L. S. Müller, Ölhafen u. Panzer, Nürnb. 1773–89, 9 Bde., mit Fortsetzung aus der 13. Ausg. 1796–1809, 2 Bde. Aus diesem Werke ist der botanische Theil als Systema vegetabilium, als 13. Ausg. von Murrap, Gött: 1774; als 16. Ausg. von K. u. A. Sprengel, ebd. 1825–.1828, 5 Bde. u. in 1 Bde. von Richter u. Petermann, Lpz. 1835–40, herausgeg.; eine deutsche Übersetzung von Christmann u. Panzer, Nürnb. 1777–88, 14 Bde.; Fundamenta botanica, Amsterd. 1736, u. Aufl. ebd. 1751; Critica botanica, Leyd. 1737, u. Aufl. von Gilibat, Lyon 17874 Hortus cliffortianus, Amsterd. 1737, Fol.; Musa cliffortiana, Leyd. 1734; Genera plantarum, Leyd. 1737, 9. Ausg. von K. Sprengel, Gött. 1830–1851, 2 Bde.; Corollarium generum plantarum, Leyd. 1737; Hortus upsaliensis, Stockh. 1748; Flora suecica, Leyd. 1745, Stockh. 17557 Olänska och gothänska resa, ebd. 1745 (deutsch. von Schreber, Halle 1763); Westgöta resa, Stockh. 1746 (deutsch von Schreber, Halle 1765); Fauna suecica, Stockh. 1746, neueste Aufl. von Retz, Lpz. 1800; Materia medica e regno vegetabili; Stockh. 1749, Vened. 1762; Materia medica e regno animali, Ups. 1749–52; Materia medica e regno lapideo, ebd. 1752, 5. Ausg. von Schreber, Erl. 1787; Amoenitates academicae, Leyd. u. Stockh. 1749–69, 10 Bde,; Svenska resa,[399] Stockh. 1751 (deutsch von Klein, Lpz. 1756); Philosophia botanica, Stockh. 1751, 4. Aufl. von K. Sprengel, Halle 1809; Species plantarum, Stockh. 1853, 2 Bde., neueste Aufl. von Willdenow, Berl. 1798–1810, 5 Bde., fortgesetzt als 6. Bd. von H. Fr. Link, Berl. 1825, die einzelnen Bände in verschiedenen Ausgaben von K. Fr. Schwägrichen u. A. Dietrich, ebd. bis 1833; Museum Adolphi Friderici Regis, Stockh. 1784, Fol.; Termini botanici, Ups. 1762, neueste Aufl. Erl. 1792; Genera morborum, Ups. 1763, neueste Aufl. von Gouan, Montpell. 1787; Collectio epistolarum, herausgegeben von Stöver, Hamb. 1792; Epistolae ad Jacquin, herausgegeben von Endlicher, Wien 1841; Praelectiones in ordines plant. naturales, auf seinem Landsitze Hammarby noch 1772 gehalten u. herausgegeben von Giseke, Hamb. 1792; Lebensbeschreibung von Stöver, Hamb. 1792, 2 Thle., u. Fée, Par. 1832; Autobiographie, herausgegeben von Afzelius, Ups. 1823 (deutsch von Lappe, Berl. 1826). 2) Karl v. L., Sohn des Vorigen, geb. in Fahlun 1742, wurde 1760 Demonstrator im königlichen Garten zu Upsala, 1763 Professor der Medicin u. Botanik, 1776 Substitut u. 1778 Nachfolger seines Vaters, machte 1781–83 eine wissenschaftliche Reise durch Europa u. st. 1783 zu Upsala; er schr.: Plantarum rariorum horti upsalensis decas I et II, Stockh. 1762f.; Plantarumrariorum horti upsal. fasc. I., Lpz. 1767, Fol.; Supplem. plantarum, Braunschw. 1781; Nova graminum genera, Ups. 1791; Methodus muscorum illustrata, u. m.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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