Pelew

Pelew

Pelew (Peleu [spr. Pelju], Palen, Palaos), Inselgruppe des nordwestlichen Polynesiens, zu dem Archipelagus der Carolinen gehörig; unter 5 bis 8° nördlicher Breite; die Inseln sind von Korallenriffen umgeben, ziemlich eben u. sehr fruchtbar; Producte: Palmen (Kokos, Areka, Kohlpalme u.a.), Zuckerrohr, Bambus; Hausthiere (Rinder, Schafe, Schweine) sind durch Europäer hierher verpflanzt u. gut gediehen; das Meer hat viele Schildkröten, Tripang. Die Bevölkerung ist ziemlich dicht u. gehört zum Malayischen Stamme; die Männer gehen nackt, mit fliegenden Haaren, wohl auch mit Mantel aus Kokosblättern; die Weiber haben einen Schurz von Kokos- od. Pisangfasern; das Tätowiren ist allgemein, man bemalt sich auch mit gelber Farbe. Die Häuptlinge tragen Armringe u. Fransen um die Beine als Auszeichnung. Zum Schmuck dienen die Knochen vom Dugong. Nahrung: meist Fische; ein berauschendes Getränk bereiten sie aus Salz, Zucker u. Pfeffer. Der Charakter der Einw. wird als höchst roh u. grausam geschildert; ihre [788] Sprache ist bis jetzt noch nicht bekannt, nach einer Wörtersammlung zu schließen, gehört sie nicht zu dem Malayischen Sprachstamm. Die bedeutendsten Inseln sind: Pelew (Palao), 24 Meilen lang, aus einem großen Korallenriffe bestehend, in dessen Mitte mehre große hügelige Inseln liegen; Eriklithu, Ornlong, Emmungs, Pulelew (Petiljuh), Keth, Lamuniur, Sonsorol (Sonrol), Codocupuai u.a. Die P. sind den Europäern seit 1700 bekannt; 1710 kam der Spanier Padilla mit jesuitischen Missionarien dahin, doch wurden sie von den Einw. getödtet; 1783 litt der englische Capitän Wilson Schiffbruch dort, doch nahm der Hinpiling die auf dem Eiland Ornlong Gelandeten freundlich auf, schenkte den Engländern dies Eiland u. gab ihnen seinen Sohn Libu mit nach England, welcher aber dort st.; 1790 untersuchte sie M'Clur.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.


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