Melodrāma


Melodrāma

Melodrāma (gr.), Unterart des Singspiels, nach der Zahl der spielenden Personen auch Monodrama, wenn nur eine, u. Duodrama, wenn zwei Personen thätig sind, genannt, ist ein dramatisches Gedicht, das durch abwechselnd eintretende Musik unterbrochen wird. Von der Oper u. Operette unterscheidet es sich dadurch, daß die Personen nicht singen, sondern declamiren u. die Musik nur die Pausen ausfüllt. Der Inhalt ist meist ernst u. leidenschaftlich, die Form lyrisch u. der Stoff gewöhnlich (wenigstens ehedem) aus der Mythologie entlehnt. Die erste Idee zu dem M. gab I. I. Rousseau durch seinen Pygmalion; die eigentliche Erfindung ging aber von dem Schauspieler Brandes aus, welcher für seine Frau, die in der lyrischen Declamation sehr glänzte, eine brillante Partie zu haben wünschte u. nach Art des Pygmalion die Cantate Ariadne von Gerstenberg bearbeitete. Die Musik dazu setzte G. Benda u. wurde dadurch der Erfinder des musikalischen Theils des M. Ihr folgte Gotter's Medea, ebenfalls mit Bendas Begleitung, Ramlers Cephalus u. Prokris, Rambachs Theseus auf Kreta, Kaffka's Rosamunde u.a. Doch dauerte der allgemeine Beifall, welchen die M-n fanden, nicht lange, u. nur einzelne Schauspieler, die vorzüglich in der Declamation glänzen wollten, benutzten sie zu Gastdarstellungen. In neuerer Zeit haben mehrere Componisten angefangen, Gedichte, z.B. die Balladen von Schiller, melodramatisch zu bearbeiten, od. in Opern u. andern Schauspielen melodramatische Scenen einzuschieben. In erster Art zeichnen sich vorzüglich aus Bernhard Anselm Weber durch seinen Gang nach dem Eisenhammer u. Uber durch die Composition zur Ballade der Taucher; in letzter Art sind z.B. die Wolfschluchtscene im Freischütz u. einzelne Scenen in der Preciosa von Maria Weber behandelt. In neuster Zeit fanden die melodramatischen Scenen u. Dramen viel Glück in Frankreich, von wo dergleichen Stücke auch wieder in Deutschland einwanderten, z.B. die Waise u. der Mörder. Vgl. Eberhard, Über die M., in seinen neuen vermehrten Schriften, Halle 1788.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • melodramă — MELODRÁMĂ, melodrame, s.f. 1. Dialog cântat în tragedia antică greacă, între un corifeu şi un personaj. 2. Dramă care utiliza acompaniamentul muzical pentru a marca intrarea sau ieşirea personajelor din scenă. 3. Operă dramatică în care acţiunea… …   Dicționar Român

  • Melodrama — Mel o*dra ma, n. [F. m[ e]lodrame, fr. Gr. me los song + dra^ma drama.] Formerly, a kind of drama having a musical accompaniment to intensify the effect of certain scenes. Now, a drama abounding in romantic sentiment and agonizing situations,… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • melodrama — (n.) 1784 (1782 as melo drame), a stage play in which songs were interspersed and music accompanied the action, from Fr. mélodrame (18c.), from Gk. melos song (see MELODY (Cf. melody)) + Fr. drame drama (see DRAMA (Cf. drama)). Meaning a romantic …   Etymology dictionary

  • melodrama — melodramà dkt. Išori̇̀niais póžymiais melodramà artimà tragèdijai …   Bendrinės lietuvių kalbos žodyno antraštynas

  • melodrama — sustantivo masculino 1. Obra teatral, literaria o cinematográfica en la que se exageran los aspectos sentimentales y patéticos para conmover al público: Los melodramas dividen el mundo entre buenos y malos y el triunfo final es de los buenos. 2.… …   Diccionario Salamanca de la Lengua Española

  • melodrama — ► NOUN 1) a sensational play with exaggerated characters and exciting events. 2) behaviour or events resembling melodrama. ORIGIN originally denoting a play, especially of a romantic or sensational nature, interspersed with songs and music: from… …   English terms dictionary

  • Melodrāma — (griech.), früher ein Drama mit Musik, d. h. Oper; jetzt eine Deklamation mit Instrumentalbegleitung, sei es innerhalb eines Bühnenstückes, wie in Goethes »Egmont«, sei es als selbständiges Kunstwerk, wie z. B. die Balladen für Deklamation mit… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Melodrama — Melodrāma (grch.), Schauspiel oder Deklamation, begleitet von Instrumentalmusik …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Melodrama — Melodrama, eine Art des Drama, in welchem der declamatorische Redevortrag von Instrumentalmusik unterbrochen oder begleitet wird, wo die Musik schildernd und hebend den Gang der Handlung unterstützt, und die durch dieselben erregten Gefühle… …   Damen Conversations Lexikon

  • Melodrama — Melodrama, griech., Drama, wo der Dialog von Musik unterbrochen u. einzelne Stellen der Declamation von der selben begleitet werden, kam durch Rousseau auf und wurde durch Benda in Deutschland eingeführt, der das Dramatische gänzlich in… …   Herders Conversations-Lexikon