Winckler


Winckler

Winckler, 1) Johann, geb. 13. Juli 1642 in Gölzern bei Grimma, studirte 1659–61 in Leipzig Theologie, wurde 1664 Privatdocent in Leipzig,[248] ging aber 1668 mit den Holstein-Sonderburgischen Prinzen als deren Hofmeister nach Tübingen; er wurde 1671 Diakonus in Homburg v. d. H., 1672 Pastor in Braubach, 1676 Hofprediger in Darmstadt, 1678 Pastor in Manheim, 1679 Superintendent in Wertheim u. 1684 Hauptpastor zu St. Michael in Hamburg, wo er auch 1699 Senior des Ministeriums wurde u. 5. April 1705 starb. Ein Anhänger Speners hatte er in Hamburg bes. ärgerliche Streitigkeiten mit Mayer über den Theaterbesuch u. mit Schultz über den von diesem beantragten Hamburger Religionseid (gegen die Schwärmer, worunter bes. die Spenerianer gemeint waren); er machte sich um das Schulwesen Hamburgs verdient, hielt Privatconvente in Spenerscher Weise, verbesserte die Liturgie u. ließ ein Gesangbuch sammeln. Vgl. Geffken, Joh. W. u. die Hamburgsche Kirche in seiner Zeit, Hamb. 1861. 2) Johann Heinrich, geb. 12. März 1703 zu Wingendorf in der Oberlausitz, studirte seit 1724 in Leipzig, wurde hier 1729 Privatdocent, 1731 Lehrer an der Thomasschule, 1739 Professor der Philosophie an der Universität, 1742 Professor der Griechischen u. Lateinischen Sprache, später Professor der Physik u. starb 18. Mai 1770. W. war Anhänger der Leibnitz-Wolfschen Schule u. machte als Physiker nebst Haufen zuerst die Eigenschaften der Elektricität bekannt u. stellte vor Franklin Versuche zur Ableitung des Blitzes an. Er schr.: Institutiones philosophiae Wolfianae, Lpz. 1735, 3. A. als Institutiones philosophiae universae, ebd. 1763; Institutiones mathematico-physicae, ebd. 1738; Gedanken von den Eigenschaften u. Wirkungen der Elektricität, ebd. 1744; Die Eigenschaften der elektrischen Materie u. des elektrischen Feuers, ebd. 1745; Die Stärke der elektrischen Kraft des Wassers in gläsernen Gefäßen, welche durch den Musschenbroekschen Versuch bekannt geworden, ebd. 1746; De avertendi fulminis artificio ex doctrina electricitatis, 1753. 3) s. Winkler.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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