Mörtel


Mörtel

Mörtel, eine aus Kalk, Gyps, Lehm, durch Vermischung mit Sand, Kies, Ziegelmehl, Eisenfeilspähnen etc. erzeugtes Bindungsmittel der Mauersteine, welches auch als Überzug od. Bewurf der Mauern dient. Man nennt den M. fett, wenn der Kalk in größerem Verhältniß als 1: 2 beigemischt ist; mager, wenn er mehr Sand enthält. Die Güte aller Mörtelarten im Wasser, im Feuchten u. Trocknen beruht auf der Innigkeit der durch ihn erlangten Verbindung der Steine, also auf dem Zusammenhange der umhüllten u. umhüllenden Theile; diese ist aber wesentlich von dem richtigen Verhältniß des Kalkes zu dem beigemengten Sande abhängig, u. zwar soll jedes Sandkorn wohl vollständig, aber nur ganz dünn mit einer Kalkschicht überzogen sein, es soll deshalb auch der Sand, möglichst scharfkantig u. von verschiedener Größe der Körner sein, damit die kleineren Körner die Zwischenräume zwischen den größeren ausfüllen, ohne daß dicke Kalkkrusten entstehen. Die bindende Kraft des Kalkes rührt daher, daß der gebrannte Kalk aus der Luft wieder Kohlensäure anzieht, sich dadurch wieder in kohlensauren u. mit der Kieselerde des Sandes auch zu kieselsaurem Kalk verbindet u. diese neugebildeten Körperchen die Mauersteine u. den M. zu einer innig zusammenhängenden Masse vereinigen. Nach der Örtlichkeit aber, in welcher der M. verwendet wird, ändern sich die Bedingungen, unter welchen er erhärten soll. Denn während bei seiner Verwendung bei Hoch- od. Landbauten der Zutritt der Luft zu dem M. durch die Steine möglich ist, u. es nichts schadet, wenn die Erhärtung erst nach einiger Zeit erfolgt, ist bei Bauten unter Wasser der Luftzutritt fast unmöglich, u. es muß darauf gesehen werden, daß der M. möglichst schnell erhärtet, damit er nicht von dem Wasser aus den Fugen herausgespült werde. Im ersteren Falle verwendet man den Luftmörtel, welcher aus reinem fetten Kalke durch Zusatz von Sand hergestellt wird; im letzteren Falle aber verwendet man den Wasser- od. hydraulischen M., welchem Thonerde beigesetzt ist. Der Loriot'sche M. wird aus Loriotschem Cement (s. Cement) unter Zusatz von gepulvertem, ungelöschtem, gebranntem Kalk gefertigt. Die Bereitung des M. aus Kalk u. Sand (Kalkmörtel, Maurerspeise), s.u. Kalk 4), ebenda s. Gypsmörtel. Der Steinmörtel wird aus Kalk, Sand, Steintrümmern u. Kieselsteinen bereitet. Der Beton (Grobmörtel), wird aus scharfkantigem Sand, größeren Stein- u. Ziegelstücken u. hydraulischem Kalk in verschiedenen Verhältnissen bereitet u. häufig als M., namentlich bei der Gründung unter Wasser, gebraucht; man bereitet daraus auch künstliche Werkstücke. Kitte u. der Haarkalk gehören auch mit hierher; vgl. Haarmörtel.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • mortel — mortel, elle [ mɔrtɛl ] adj. et n. • 1080; lat. mortalis 1 ♦ Sujet à la mort. Tous les hommes sont mortels. « Il importe de savoir si l âme est mortelle ou immortelle » (Pascal). « Son âme avait presque abandonné son enveloppe mortelle »… …   Encyclopédie Universelle

  • mortel — mortel, elle (mor tèl, tè l ; d après Palsgrave, p. 60, au XVIe siècle, mortel se prononçait morté devant une consonne) adj. 1°   Sujet à la mort. Tous les hommes sont mortels. •   La mort ne l a point changé, si ce n est qu une immortelle beauté …   Dictionnaire de la Langue Française d'Émile Littré

  • Mörtel — sind Verbindungsmittel des Steinbaues, die vermöge ihrer Eigenschaft, aus einem halbflüssigen oder breiartig plastischen Zustande durch Austrocknen, Erstarren oder Erhärten in einen festen überzugehen, eine dauernde Ausfüllung von Hohlräumen… …   Lexikon der gesamten Technik

  • mortel — Mortel, [mort]elle. adj. Qui est sujet à la mort. Tous les hommes sont mortels. le corps est mortel. cette vie mortelle est pleine de miseres. Epicure a cru l ame mortelle. On dit poëtiquement, qu Un homme a quitté sa depouille mortelle, pour… …   Dictionnaire de l'Académie française

  • Mörtel — Sm erw. fach. (11. Jh.), mhd. mortel, morter, mndl. mo(o)rter, mortel(e) Entlehnung. Entlehnt aus l. mortārium n., dem gleichen Wort, das auch Mörser geliefert hat, hier in der Bedeutung was zerstoßen wird, Kalk . Die Lautform mit t bleibt bei… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Mörtel — Mörtel: Die Bezeichnung des aus Sand, Wasser und Kalk oder Zement hergestellten Bindemittels für Bausteine (mhd. morter, mortel) ist aus lat. mortarium »Mörtelpfanne; Mörtel« entlehnt, das mit seiner eigentlichen Bedeutung »Mörser (als Gefäß)«… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Mörtel — (Mauerspeise, Speise), aus gelöschtem Kalk und Sand bereitete breiartige Mischung, die zur Verbindung der Mauersteine und zum Abputz etc. dient. Man unterscheidet Luftmörtel (gemeinen Kalkmörtel) und Wassermörtel (hydraulischen M., s. Zement).… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Mörtel — Mörtel, zum Verbinden von Bausteinen dienende Gemenge, die an der Luft (Luft M.) oder unter Wasser (Wasser M.) erhärten. Der gebräuchlichste Luft M. ist der Kalk M. aus gelöschtem Kalk, scharfkantigem Sand und Wasser. Über Wasser M. s. Zement …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Mörtel — Mörtel, Gemenge aus Kalkbrei und Sand, als Cäment zum Mauern verwendet, vertrocknet an der Luft zu einer harten steinartigen Masse, u. wird dadurch zu dem geeignetsten Mittel, 2 Steine zu einem Ganzen zu verbinden, während der gelöschte Kalk ohne …   Herders Conversations-Lexikon

  • mortel — Mortel, adject. m. acut. Signifie ores celuy qui est subject à la mort, Mortalis, Morti obnoxius. Ores ce qui fait mourir, Mortifer, Lethalis …   Thresor de la langue françoyse