Aquilēja


Aquilēja

Aquilēja, 1) (Aglar od. Aquilegĭa), Stadt im österreichischen Kreise Görz (Küstenland), 1/4 Stunde vom Adriatischen Meere, an den Lagunen von Marano u. am Ansero; 1400 Ew. – A. war früher eine Stadt in Venetia in Oberitalien, zwischen den Flüssen Sontio u. Natiso, 182 v. Chr. von des Römern durch eine Latinisch-römische Bevölkerung angelegte Colonie, bes. als Bollwerk gegen die nordischen Barbaren sehr befestigt; nach ihr führte die Via aemilia aus Süden u. von ihr gingen alle Straßen nördlich nach Rhätien, Pannonien, Dalmatien etc., daher wurde sie immer volkreicher (es hatte in seiner Blüthezeit 100,000 Ew.) u. bes. durch Handel blühender. A. wurde 167 n. Chr. vergebens von den Germanen berennt; auch M. Maximinus belagerte es 238 vergebens u. starb dabei. Hier 340 Niederlage u. Tod des Constantin gegen seinen Bruder Constans; 388 Niederlage u. Tod des Usurpators Maximus durch Theodosius I.; den 6. Sept. 394 Niederlage des Usurpators Eugenius durch Stilicho. 452 wurde es von Attila gänzlich zerstört; obgleich die Ostgothen es wieder aufbauten, so kam es doch nicht wieder zur Blüthe; am 28. August 489 Niederlage Odoacers durch die Ostgothen. Hier wurden die Aquilejischen Concilien, 381 (gegen die Arianer), 556, 698, 1184 gehalten. Hier auch in der Mitte des 6. Jahrh. gestiftetes Patriarchat, welches den nächsten Rang nach dem Papste erlangte, in langem Streite mit dem, 606 von ihm sich trennenden Patriarchen von Grado lebte u. bes. durch seine Anhänglichkeit an die deutschen Kaiser eine fast größere Macht, als die Herzöge von Friaul u. die Markgrafen von Verona (wozu das Patriarchat gehörte) erhielt. Es wurden[636] über dasselbe zwischen Österreich u. Venedig bis 1750 Streitigkeiten geführt, worauf man es in die zwei Erzbisthümer Udine u. Görz (später Laibach) theilte. A. selbst ist theils durch Zerstörungen im Kriege, noch mehr aber wegen des ungesunden Lebens an der fast ganz versumpften Küste verlassen worden. Vgl. Bartoli, Le antichità d'A. profane e sagre, Ven. 1739; 2) kleine Stadt in Etrurien, j. Valieghi; 3) römisches Castell in Germanien, j. Aalen od. Heidenheim.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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