Nabel


Nabel

Nabel (Umbilicus), 1) die rundliche Vertiefung in den Hautdecken des Bauches, welche das Ansehen einer Narbe hat, ohne eine zu sein, indem sie nur aus Verwachsung der Reste der Nabelschnurscheide u. der Scheide der sehnig gewordenen Nabelgefäße, seltener dieser selbst, auf derjenigen Stelle sich bildet, wo beim Embryo die Nabelschnur sich an den Körper anfügt u. von wo die Nabelgefäße innerhalb der Bauchhöhle desselben ihren Fortgang nehmen. Der Rand dieser Vertiefung (Nabelgrube) wird von dicht gekreuzten Sehnenfasern der weißen Linie gebildet u. als Nabelring (Annulus umbilicalis) unterschieden. Während des Wachsthums nimmt diese Vertiefung so zu, als um den Umfang herum sich Fett unter der Haut absetzt, für welches an der Stelle des Nabels selbst, wegen des hier dichteren Zellgewebes, kein Raum bleibt. Bei allgemeiner Austreibung des Unterleibes, wie bes. bei Schwangern, auch in der Bauchwassersucht, verflacht sich mehr od. weniger der N. Bei Säugethieren bleibt auch eine Spur der früher erfolgten Ablösung der Nabelschnur, doch bei keinem so deutlich, als beim Menschen; 2) (Bot.), so v.w. Hilum; 3) überhaupt bei Pflanzenorganen eine eingedrückte Stelle, welche bei stark niedergedrückten u. zusammengeflächten Theilen in der Mitte, bei dicken u. runden Theilen aber an einem der beiden Enden liegt, wie z.B. bei den Apfel- u. manchen Beeren u. Steinfrüchten, die Eindrücke, da wo der Stiel sitzt u. da wo die Frucht vom Kelche gekrönt ist, u. an schildförmigen Blättern der trichterförmig vertiefte Mittelpunkt; 4) (Buckel, Umbo), die erhöhte Mitte der Hutfläche eines Pilzes; 5) bei Kartoffeln der Theil, wo die Knolle an der Wurzel hängt; 6) (Unguis), der Deckel bei Schneckenarten der Gattung Murex; 7) bei Schneckenhäusern die unten befindliche, mehr od. weniger tiefe Vertiefung, welche entsteht, wenn die Windungen nicht ganz an einander schließen, wie bei Helix pomatia u. H. fruticum; 8) so v.w. bei Gewölben. der obere Theil od. Schluß; ist in der Mitte eine Öffnung,[620] so heißt diese Nabelöffnung; 9) so v.w. Mist (Seew.).


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Nabel — Sm std. (8. Jh.), mhd. nabel(e), ahd. nabalo, nabulo, mndd. navel, mndl. navel, naffel Stammwort. Aus g. * nab(u)lōn m. Nabel , auch in anord. nafli, ae. nafela, afr. navla. Zur Etymologie s. Nabe.    Ebenso nndl. navel, ne. navel, nschw. navel,… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Nabel — Nabel: Das altgerm. Wort mhd. nabel, ahd. nabalo, niederl. navel, engl. navel, schwed. navle beruht mit verwandten Wörtern in anderen idg. Sprachen auf der unter ↑ Nabe behandelten idg. Bezeichnung für die rundliche Vertiefung in der Mitte des… …   Das Herkunftswörterbuch

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  • Nabel [1] — Nabel (Umbilicus), die rundliche Vertiefung in der Mittellinie des Bauches der höhern Tiere, bezeichnet die Stelle, an welcher der Körper des Embryos sich zuletzt schließt, und wird auch wohl Bauchnabel oder Hautnabel genannt, im Gegensatz zum… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Nabel [2] — Nabel, in der Botanik (Hilum, Umbilicus) die Stelle des Samens, wo er am Samenträger befestigt ist. – Auch die gewölbte Mitte des Bodens von Trinkgläsern, Flaschen etc. heißt N.; daher Nabeleisen (s. d.) …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

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  • Nabel — (Umbilĭcus), rundliche Vertiefung in der Mittellinie des Leibes, die Stelle, wo im Embryozustand durch die aus einer Vene und zwei Arterien (Nabelgefäße) bestehende Nabelschnur oder den Nabelstrang (bis 55 cm lg.) das die Frucht ernährende Blut… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Nabel — (umbilicus), nennt man die kleine, etwas vertiefte und vernarbte Stelle in der Mitte des Unterleibs, die Stelle, wo beim Fötus die N.schnur in den Bauch eintritt. Nach der Geburt des Kindes und nachdem die N.schnur durchschnitten worden, heilt… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Nabel — Nabel, Nebel, by i det nordlige Tunesien, ligger 85 kilometer øst syd øst for Tunis, ikke langt fra Middelhavet. Byen havde i 1891 8.000 indbyggere, heraf 300 jøder, og havde på dette tidspunkt en avl af figen og liven samt fabrikation af… …   Danske encyklopædi