Begräbniß


Begräbniß

Begräbniß, 1) vor u. bei dem Versenken von Leichen in dazu bestimmte Grüfte gewöhnliche Ceremonien u. Gebräuche, s.u. Todtenbestattung 2) Gruft in einer Kirche od. auf einem Gottesacker u. hier meist in einem eingefriedigten Raum (Begräbnißplatz), in welchem nur die Glieder einer Familie (daher Familien-B.) bestattet werden. Selten geschieht es, daß solche B-e (Privat-B-e) an einem anderen Orte als in dem Gottesacker angelegt werden dürfen. Die Erlaubniß zu ersteren hat die Ortskirchenbehörde, zu letzteren die Landeskirchenbehörde zu ertheilen. Das Begräbnißrecht übt in der Regel die Kirche unter Oberaufsicht des Staates aus. Das Recht, in der Kirche selbst ein B. zu fordern (Jus sepulturae in ecclesia), steht, nach kanonischem Rechte, nur dem Kirchenpatron zu.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Begräbniß — Begräbniß, s. Todtenbestattung …   Herders Conversations-Lexikon

  • Begräbniß, das — Das Begräbniß, des sses, plur. die sse. 1) Die Handlung des Begrabens einer Leiche, die Beerdigung. Ein Begräbniß ausrichten. Ein ehrliches Begräbniß bekommen. Jemanden zum Begräbnisse bitten. Mit zum Begräbnisse gehen. Daher der Begräbnißpfennig …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Stilles Begräbniß — Stilles Begräbniß, s.u. Todtenbestattung …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Familien-Begräbniß, das — Das Famīlien Begräbniß, des sses, plur. die sse. 1) Eine jede einer Familie oder einem Geschlechte gehörige Begräbnißstätte. 2) In engerer Bedeutung, eine solche nur den männlichen Nachkommen, wie ein Lehen, gehörige Begräbnißstätte; zum… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Todtenbestattung — Todtenbestattung, die Behandlung einer Leiche vom Eintritt des Todes bis zum feierlichen Hinbringen zu ihrer Ruhestätte. Weil fast alle Völker an eine Fortdauer nach dem Tode glaubten u. dieselbe meist od. doch mit auf den Körper bezogen, so war… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Bestattung der Todten — erscheint bei allen Völkern als eine Pflicht und gibt nach der Weise, wie sie geübt wird, einen Maßstab der Cultur eines Volkes, besonders in religiöser Beziehung. Die meisten Völker übergeben den Leichnam der Erde, bei anderen wird er verbrannt …   Herders Conversations-Lexikon

  • Jüdischer Verbandsfriedhof Obergrombach — Jüdischer Friedhof Obergrombach Verschlungene Hände als Motiv für Eheleute auf einem Grabstein …   Deutsch Wikipedia

  • Todtenopfer — Todtenopfer, 1) die in heidnischer Zeit bei od. nach dem Begräbniß angestellten Opfer von Pferden, Sklaven etc.; 2) in der ersten Christlichen Kirche das nach einem Begräbniß ausgetheilte Abendmahl; beide s.u. Todtenbestattung u. Todtenfeier …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Tscherkessen — (Circassier, von den Türken Tscharkassen, in der Landessprache Adhige, Adighe genannt), 1) Volk zur Kaukasischen Race, aber ungewiß zu welcher Familie derselben gehörend, auf u. am Kaukasus, längs der Ostküste des Schwarzen Meeres, vom… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Niß — Niß, eine Ableitungssylbe, welche Hauptwörter aus Bey und Zeitwörtern bildet, welche theils die Handlung selbst oder einen Zustand, theils aber auch eine Sache, welche etwas thut, oder auch welche gethan wird, einen Ort u.s.f. bedeuten. Die… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart