Beisler

Beisler

Beisler, Hermann von B., geb. 1790 zu Bensheim, trat 1807 als Lieutenant in die baierische Armee, schied, nachdem er den Feldzug in Tyrol mitgemacht hatte, aus dem Militärdienste u. widmete sich der Jurisprudenz; er wurde 1813 Generalsecretär im Justizministerium des Großherzogthums Frankfurt, entsagte aber dieser Stellung, um an dem Freiheitskampfe gegen die Franzosen Theil zu nehmen. Benn Feldzuge von 1815 wurde er zum Hauptmann ernannt, trat nach dem Frieden als Volontair in das baierische Ministerium des Äußeren u. erhielt dann eine Anstellung als Regierungsrath, erst in Ansbach, später in Augsburg, wo er die Leitung der ersten in Deutschland sich bildenden Polencomitees übernahm. Obgleich er seiner liberalen Gesinnungen wegen bei der Regierung nicht beliebt war, schätzte diese seine Fähigkeiten doch hoch genug u. ernannte ihn erst zum Regierungsdirector von Oberbaiern u. später (l838) zum Regierungspräsidenten in Niederbaiern. Unter dem Ministerium Abel wurde er von diesem Posten entfernt u. zum Präsidenten des obersten Rechnungshofes, 1847 aber, nach dem Sturz v. Abels, zum Staatsrath u. 1848 zum Cultusminister ernannt. Als Mitglied der Nationalversammlung in Frankfurt stimmte er in den wichtigsten Fragen, welche die Gesammtstaatsverfassung betrafen, mit der Rechten. Ende 1848 übernahm er das Ministerium des Innern, aus dem er jedoch in Folge eines Conflictes mit der Kammer 18.19 ausschied, um wieder als Präsident des obersten Rechnungshofes zu fungiren. Er schr.: Betrachtungen über Staatsverfassung u. Kriegswesen, Frkf. 1822; Betrachtungen über Gemeindeverfassung, Augsb. 1831.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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