Berends


Berends

Berends, 1) Karl Aug. Wilh., geb. 1759 zu Anklam, wurde 1788 Professor der Medicin zu Frankfurt, 1811 Professor u. Director der medicinischen Klinik zu Breslau u. 1815 zu Berlin, wo er 1826 st. Er schr.: Über den Unterricht junger Ärzte an dem Krankenbette, Berl. 1789; Vorles. über prakt. Arzneiwissenschaft, herausgeg. von Sundelin, Berl. 1827–29, 9 Bde., 2. Aufl. von Albers, ebd. 1835 ff.; Opera postuma, herausgeg. von Stosch, ebd. 1829 f. 2) Julius, geb. 1817 zu Kipitz, studirte Theologie u. Philosophie. Da er in seiner, bei Bewerbung um die Rectorstelle in Lindow gehaltenen Probepredigt eine antikirchliche Richtung gezeigt u. das Consistorium ihm deshalb die Anstellungsfähigkeit abgesprochen hatte, so ging er 1845 nach Berlin, gründete daselbst eine Buchdruckerei, wurde Lehrer des Handwerkervereins u. Stadtverordneter, u. beschäftigte sich viel mit öffentlichen Angelegenheiten u. mit der Verbesserung der Lage der arbeitenden Klassen. 1848 trat er als Abgeordneter für Berlin in die Nationalversammlung u. war einer der Wortführer der äußersten Linken u. Mitglied des Verfassungsausschusses. 1849 Abgeordneter in der zweiten Kammer betheiligte er sich an mehreren politischen Vereinen, bis dieselben im März 1850 polizeilich geschlossen wurden. Mehrmals wegen politischer Umtriebe zu Gericht gezogen, wurde er auch einmal während des Belagerungszustandes zu kurzer Gefängnißhaft verurtheilt.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.