Boden [1]


Boden [1]

Boden, 1) das Untere im Gegensatz zu etwas Oberen; daher 2) die Erdfläche im Gegensatz zum Himmel, so weit man in dieselbe gräbt, s. Boden (Landwirthsch.); 3) (Rechtsw.), die besessenen Flächen Landes, als die Grundbedingung jedes andern Besitzes; 4) (Her.), die Erde, worauf eine Figur steht, gewöhnlich Hügel od. Berg; 5) so v.w. Schildfuß, s.u. Ehrenstücke; 6) (Anat.), so v.w. Basis 4); 7) (Bot.), so v.w. Blüthenboden, s.u. Blüthenstand; 8) der unterste Theil eines Behältnisses od. Raumes, so im Zimmer (s. Fußboden), eines Gefäßes (s.u. Böttcher), eines Siebes etc.; 9) in Mühlen der Ort, wo die Mahlgänge, Beutel- u. Mehlkasten stehn; 10) der Grund des Meeres, eines Flusses, einer Schleuße etc.; 11) der hintere Theil der inneren Aushöhlung einer Kanone, s.d.: der hinterste Theil heißt daher Bodenstück u. die äußerlich daran angebrachten Verzierungen, heißen Bodenfrieie 12) der untere Theil der Bogeninstrumente, s.d.; 13) in der Windlade der Orgel der gegitterte Rahmen, woran die Cancellen für die Clavessind; 14) (Seew.), der unterste, im Wasser gehende Theil von Schiffen; 15) die auf dem Grund eines Frischfeuers od. Heerds befindliche Bodenplatte, so wie der unterste Theil eines Schachtofens; 16) was in ein Gefäß gegossen nach dem Erkalten die Gestalt des Bodens des Gefäßes hat, so ein B. Wachs, Talg u. dergl.; 17) (Eisenb.), Schlacken, die sich über dem Zerrenherde auf der Kolrösche festsetzen; 13) (Bank.), der unter dem Dache befindliche Raum eines Hauses; man unterscheidet: Unter-B., der Raum zwischen den Dachbalken u. der ersten Kehlbackenlage; Ober-B von einer Kehlbalkenlage bis zur andern, od. bis zum Forst; bei Mansarden- u. halben Walmdächern wird der Bodenraum oft zu Wohnungen (Bodengeschoß), gewöhnlich aber zu Kammern Bodenkamern), od. zur Aufbewahrung des Getreides u. Viehfutters gebraucht (Heu- u. Schüttboden); 19) (Web.), so v.w. Grund; 20) ein Muster, nach welchem beim Weben gemusterter Linnenzeuge die Schäfte mit den Fußtritten vereinigt werden.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Boden [2] — Boden (hygienisch). In der Gesundheitslehre bezeichnet man den Boden [1] als den oberflächlichen Anteil der Erdkruste, der dem Menschen zur Anlage seiner Wohnungen und Kulturen dient. Sandsteine und Sandablagerungen bilden im allgemeinen infolge… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Boden — is the surname of these notable persons: * Fernand Boden, politician from Luxembourg * Jens Boden, German speed skater * Maggie Boden, British artificial intelligence researcher * Paul Boden, American activist for the homeless * Samuel Boden,… …   Wikipedia

  • Boden — Administration Pays  Suede !Suède Province historique Norrbotten …   Wikipédia en Français

  • Boden — (Erdboden), die äußerste Schicht der festen Erdrinde, ein erdiger Überzug über dem festen Gestein (Grund und Boden), aus dem der B. durch die Verwitterung entstanden ist. Mechanische und chemische Energien sowie lebende und abgestorbene… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Boden — Boden: Die germ. Bildungen mhd. bodem, ahd. bodam, niederl. bodem, engl. bottom, schwed. botten beruhen mit verwandten Wörtern in anderen idg. Sprachen auf idg. *bhudhm‹e›n »Boden«, vgl. z. B. aind. budhná h »Grund, Boden«, griech. pythmē̓n… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Boden — Sm std. (9. Jh.), mhd. bodem, boden, ahd. bodam, as. bođom Stammwort. Aus vd. * buþma m. Boden , während die außerdeutschen Sprachen auf g. * butma zurückgehen (anord. botn, ae. botm). Auszugehen ist offenbar von einem ig. * bhudh men in ai.… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

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  • Boden [3] — Boden, in der Müllerei, die einzelnen Stockwerke einer Mühle. Zur näheren Kennzeichnung setzt man entweder die Zahl, mit der Zählung von unten beginnend, hinzu und spricht vom ersten, zweiten u.s.w. Boden, oder man benennt das Stockwerk nach der… …   Lexikon der gesamten Technik


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