Bohrmaschinen


Bohrmaschinen

Bohrmaschinen, mechanische Vorrichtungen, bei welchen die Umdrehung des Bohrers nicht die unmittelbare Verrichtung der Hand od. eines sehr einfachen Mechanismus ist, sondern mit Hülfe einer mehr zusammengesetzten Einrichtung bewirkt wird. Man unterscheidet: a) B. für kleine u. nicht tiefe Löcher (Drilling-engine), bei welchen in der Regel der Bohrer senkrecht mit der Spitze nach unten steht u. mit der Spindel, in welcher er steckt, durch Räderwerk od. durch eine Riemenmaschine umgedreht u. mittelst eines Mechanismus auf die Arbeit herabgedrückt wird, wenn nicht umgekehrt letztere allmälig gehoben wird, um das Eindringen des Bohrers zu bewirken. In letzterem Falle wendet man gewöhnlich den Druck einer Wasserfäule an. b) Hohl-B. (Boring-engine), nämlich aa) Cylinder-B. für Cylinder zu Dampfmaschinen, Gebläsen, Pumpenstiefeln u. dgl., dienen nur zur Glättung der schon vorhandenen Höhlung; man unterscheidet an ihnen die Bohrspindel, auf welcher sich der Bohrkopf, eine gußeiserne Scheibe, befindet, auf deren Rand 4–8 Messer vertheilt sind; bb) Kanonen-B., welche die Höhlung in das massive Metall arbeiten. Die gebräuchlichste Einrichtung dabei ist die, den Cylinder mit der Welle eines Wasserrades zu verbinden u. so in langsame Umdrehung zu setzen; der Bohrer wird alsdann durch Druck vorwärts in das drehende Metall getrieben. Wie bei dem Ausbohren der rohrförmig geschmiedeten Flintenläufe kommen auch hier eine Anzahl Bohrer von steigenden Durchmessern nach u. nach zur Anwendung. Der horizontalen Bohrung wird in neuerer Zeit vor der verticalen, bei welcher der Geschützcylinder durch sein eigenes Gewicht auf den drehenden Bohrer od. selbst drehend auf den ruhenden Bohrer drückt, der Vorzug gegeben, weil die Erschütterung des Metallcylinders geringer ist u. die Bohrrichtung daher genauer beibehalten werden kann. cc) Eine Steinröhren-B. ist zuerst in Prag zur Anwendung gekommen. Sie treibt ein eisernes Rohr, dessen unteres Ende mit scharfen Stahlschneiden besetzt ist, in der Art drehend durch den Stein, daß innerhalb ein Steincylinder abgesondert wird, der sich zuletzt herausheben u. wieder zu anderen Zwecken benutzen läßt. c) B. zur Bewegung des Bergbohrers sind Hebelvorrichtungen, indem beim Bergbohren das Aufschlagen des Bohrers Hauptzweck ist, ein Drehen desselben das Steckenbleiben verhindern u. gleichmäßiges Abmeiseln verursachen soll.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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