Bömsch


Bömsch

Bömsch, Vorrichtung zum Fange der Raub- u.a. Vögel. a) B-e für Raubvögel: 2 Netze werden busenreich über 2 drahtene od. hölzerne Bügel befestigt u. so an einander gebunden, daß sie wir ein Tellereisen ausgebreitet werden können. In der Mitte derselben wird beim Stellen ein Pfahl eingeschlagen, an welchem diese Stellzeuge beweglich befestigt sind; neben dem B. ist die Stellstange eingeschlagen, welche wie ein Bügel herabgezogen u. mit 2 Schnuren an die Bügel der Netze befestigt wird; an einer 3. Schnur ist das Stellholz, welches zwischen eine Kerbe an der Stellzunge, woran der Köder befestigt ist, u. den erwähnten Pfahl geklemmt wird. Wenn an dem Köder gezogen wird, schnellt die Stellstange in dir Höhe u. die Netze schlagen zusammen. Dieser B., Land-B., ist vorzüglich zum Fang. der Bussarde brauchbar. Der Wasser-B. wird im Wasser aufgestellt u. dient zum Fang der Flußadler; ein lebendiger Fisch wird an der Rückenflosse unter demselben befestigt u. über demselben Kreuzschnuren angebracht, die mit der Stellzunge in Verbindung: stehen u. von dem Vogel niedergeschlagen werden, wenn er nach dem Fische stößt. b) B-e für Feldhühner bestehen aus einem, in einen 8 Fuß langen u. 4 Fuß breiten Rahmen gefaßten busenreichen Schlagnetz, das auf einen anderen ähnlichen niederen Rahmen aufschlägt; beim Stellen wird an dem einen Ende eine starke Stange eingeschlagen, auf welcher oben ein hölzerner od. eiserner Nagel mit einem Falz quer durchgeht, in welchem die zum Stellen nöthigen Leinen laufen; in der Mitte steht ein Pfahl mit der Stellzunge, an welch er eine Kerbe zum Aufstellen des Stellholzes u. oben ein hölzerner Nagel angebracht ist; das Stellholz ist am mittleren Ende einer dreifachen festen Schnur befestigt, die beiden anderen Enden an die Rahmen, nachdem sie über den hölzernen Nagel der Stange gezogen sind, ein angebundener Stein od. Holzklötzchen wirst das Netz durch seine Schwere, sowie die Zunge abgezogen wird, nieder. c) B-e für Singvögel gibt es dreierlei, von denen die ersten beiden dem vorigen ziemlich ähnlich, nur kleiner sind; der 3., gewöhnliche besteht in einem 1 Fuß langen, 14 Zoll starken Draht, in die an dessen beiden Enden geschlagenen Löcher befestigt man halbmondförmig einen fast 2 Fuß langen schwächeren Draht, einen gleichen verbindet man an beiden Seiten vor demselben mit einem Öhr an dem Mittelsteg u. wickelt um denselben,[62] sowie um das Ende des letzten Bogens einen dünnen Draht, damit er als Feder dient. In die Mitte des Steges kommt ein starker eiserner Stachel mit einem Öhr, um den B. in die Erde zu befestigen; von dieser Mitte bis zu der des ersten Halbkreises geht ein gerader Draht, an welchem oben ein 6 Zoll langer, dünner, keilförmig geschärfter Draht, die Zunge, befestigt ist; in der Mitte läuft locker in einem Öhr der mit 2 Kerben versehene Stelldraht; die beiden Bogen sind mit einem busigen, maschigen Garn bezogen, welches beim Stellen zurückgeschlagen u. mit Blättern belegt wird; als Köder steckt man an den Stelldraht einen Mehlwurm etc.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.