Denken


Denken

Denken, 1) die Thätigkeit des Verstandes od. der Vernunft (Denkkraft, Denkvermögen) wodurch wir Begriffe bilden u. verbinden u. so Vorstellungen von etwas bekommen. Das D. setzt Anschauen u. Empfinden voraus, da nur so unsre Gedanken einen objectiven Gehalt bekommen können. Das D. geht durch die Wiederholung desselben Begriffs, durch seine Verbindung mit andern od. durch seine Trennung von andern ins Unendliche fort, s. Combination. Die durch die natürliche Einrichtung des Geistes bestimmte Art u. Weise zu denken, heißt die Denkform; dagegen was man in einem besondern Falle u. unter einer bestimmten Form denkt, der Denkstoff. Die empirische D-form ist bei verschiedenen Menschen sehr verschieden, da Unterricht, Erziehung, Umgang etc. einen sehr großen Einfluß auf dieselbe haben. Das D. geschieht nach gewissen Gesetzen (Denkgesetzen), deren wir uns nur nicht immer bewußt sind. Der Geist hat allerdings im D. eine große Freiheit u. kann eben so D-stoff u. D-form ganz willkürlich wählen, wie er auch von einem heterogenen Stoffe zum andern übergehen kann (Denkfreiheit). Denkgesetze in Worten ausgesprochen sind Grundsätze (Sätze), z.B. Satz der Bestimmung, Satz des Widerspruchs etc.; 2) gewöhnlich so v.w. vorstellen, etwas mit dem Bewußtsein auffassen; 3) so v.w. meinen, vermuthen, erinnern, nachsinnen, forschen.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Denken — Denken …   Deutsch Wörterbuch

  • Denken — Dênken, verb. irreg. act. et neutr. im letzten Falle mit haben. Imperf. ich dáchte; Conj. dchte; Mittelwort gedácht. 1. Eigentlich, Vorstellungen mit Bewußtseyn haben, und zwar, 1) absolute, in der weitesten Bedeutung. Ich bin oder existire,… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • denken — denken: Das gemeingerm. Verb mhd., ahd. denken, got. Þagkjan, engl. to think (aengl. đencan), schwed. tänka gehört mit der Sippe von ↑ dünken zu der idg. Wurzel *teng »empfinden, denken«, vgl. z. B. alat. tongere »kennen, wissen«. Die alten… …   Das Herkunftswörterbuch

  • denken — Vsw std. (8. Jh.), mhd. denken, ahd. denken, as. thenkjan Stammwort. Aus g. * þank (i)ja V(sw.) denken , auch in gt. þagkjan, anord. þekkja, ae. þencan, afr. thanka, thenza, Kausativum (oder allenfalls Primärverb) zu einer zunächst nicht klaren… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • denken — V. (Grundstufe) seinen Verstand gebrauchen Beispiele: Sie dachte oft an die Vergangenheit. Woran denkst du? denken V. (Aufbaustufe) eine bestimmte Meinung über jmdn. oder etw. haben Synonyme: beurteilen, halten von, urteilen Beispiele: Was denkst …   Extremes Deutsch

  • denken — denken, denkt, dachte, hat gedacht 1. Was denkst du gerade? 2. Ich denke, dass du recht hast. 3. Wir diskutieren gerade über das Rauchen. Wie denken Sie darüber? 4. Denk bitte daran, die Heizung auszumachen. 5. Es ist mir ganz gleich, was die… …   Deutsch-Test für Zuwanderer

  • denken — [Basiswortschatz (Rating 1 1500)] Auch: • nachdenken • glauben • meinen Bsp.: • Ich glaube nein. • Du wirst noch an mich denken! • …   Deutsch Wörterbuch

  • Denken — Denken, die geistige Tätigkeit, durch welche Vorstellungsobjekte in Beziehung zueinander gesetzt werden. Von den auf unwillkürlichen psychischen Prozessen (z. B. Ideenassoziation) beruhenden Vorstellungsverbindungen unterscheidet sich die durch D …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Denken — Denken, ist die geistige Fähigkeit, sich Etwas vorzustellen, die Vorstellungen zu ordnen, um sie der Urtheilskraft zu übergeben. (S. Logik) …   Damen Conversations Lexikon

  • Denken — Denken, lat. cogitare, ital. pensare, franz. penser, engl. think, heißt allgemein 1. sich geistig mit etwas beschäftigen, sich einen Gegenstand einbilden und vorstellen, näher 2. das Zusammenfassen von Vorstellungen zur Einheit im Bewußtsein,… …   Herders Conversations-Lexikon