Ems [1]


Ems [1]

Ems, 1) Fluß in Westdeutschland; entspringt auf der Senner Haide in der preußischen Provinz Westfalen, östlich von Wiedenbrück, nimmt die Dalke, Axe u. zwischen der Hollinger u. Gelmer Haide die Werfe auf; erreicht unterhalb Rheina das Hannöversche, nimmt hier rechts die Hopster-Aa, Hase u. Leda auf u. fällt unterhalb Leer bei Emden, wo sie ihr altes Bett verlassen hat u. mittelst eines Durchbruchs an dieser Stadt vorbeigeht, zwischen den Dörfern Pogum u. Borsum, 3000 Schritte breit, in den Dollart; aus diesem strömt sie in 4 Gats in die Nordsee aus, von denen die Osterems u. Westerems, zu beiden Seiten der vor der Mündung liegenden Insel Borkum, 24 u. 22 Fuß, das Strandgat od. Nordwesterems 37 Fuß Tiefe hat. Die E. wird bei Warendorf flößbar, bei Greven schiffbar, obwohl sie hier noch seicht u. nur 80–130 Fuß breit ist; die Fluth reicht bis gegen Aschendorf, bis hierher fahren auch Schiffe von 300 Tonnen Last bis Meppen von 5–20 Tonnen. Ihre Ufer entlang läuft die Eisenbahn von Münster nach Emden, welche bei Lingen vom linken auf das rechte Ufer übertritt. Ihr Wasser ist bis Halte salzig, höher hinauf sehr schlammig u. deshalb wenig fischreich. Ihr Lauf beträgt 51 Meilen. Man hat die Ober-E. 1821–25 mit 1 Mill. Thlr. Kosten von Meppen über Münster durch einen Kanal (Emskanal) bis nach Lingen zur Lippe geführt u. so eine schiffbare, 6850 Fuß lange Verbindung der E. u. folglich der Nordsee mit der Hase u. dem Rhein gebildet. Eine Erleichterung des Schiffsverkehrs auf der E. wurde durch den im März 1843 zwischen Preußen u. Hannover abgeschlossenen Emsschifffahrtsvertrag herbeigeführt, indem derselbe unter Abschaffung der früher erhobenen drückenden Abgaben den Emszoll einführte, als dessen Maximalsatz 2 Thlr. pro Last festgestellt wurde, u. Preußen zur Schiffbarmachung des Flusses von Greven bis Rheina verpflichtete. Die E. hieß bei den Römern Amisia; an ihr schlug Drusus die Bructerer. 2) Departement E., ehemaliges holländisches Departement mit 247,000 Einw., Hauptstadt Leuwarden; hieß seit 1810, wo es französisch wurde, West-E., Hauptstadt Gröningen; 3) das französische Departement Ost-E. war Ostfriesland; 4) Departement im Großherzogthum Berg, 210,300 Ew.; 1809 zu den Departements Ober-Yssel, Ysselmündungen u. Ober-E. gezogen.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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