Fehde


Fehde

Fehde (Faida), 1) Feindschaft, Uneinigkeit; 2) Krieg zwischen Privatleuten, bes. 3) die Kämpfe des deutschen Adels im Mittelalter. F-en wurden durch einen eignen, 3 Tage zuvor gesandten Fehdebrief (Absagebrief) angekündigt. Jeder unbedingte Freie hatte das Recht, einem Andern F. anzukündigen (Fehderecht), u. der Befehdete konnte sie nur durch [159] Vergleich über ein Wehrgeld, das er dem Befehdenden zahlte, abwehren. Die F. gab das Recht, den Gegner od. dessen Leute zu tödten, gefangen zu nehmen, seine Güter mit Feuer u. Schwert zu verheeren, ihm überhaupt allen möglichen Schaden zuzufügen. Später durfte an den Sonntagen, in der Adventszeit, in den Fasten, an hohen Festen, ihren Octaven u. Vigilien, keine F. sein bei Strafe des Kirchenbanns u. der Confiscation des Vermögens; vgl. Gottesfriede. Die geschlossenen Landfrieden sollten dagegen schützen, aber erst der Ewige Landfriede 1495 endete sie für immer.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Fehde — Fehde: Das heute nur noch in Wendungen wie »mit jemandem in Fehde liegen« oder »jemandem Fehde ansagen« für persönliche Streitigkeiten gebrauchte Wort ist durch die Ritterdichtung des 18./19. Jh.s wieder bekannt geworden. Mhd. vēhede, ahd.… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Fehde — (mittelhochd. vêhede, vêde, »Feindschaft, Streit«), im Mittelalter der Privatkrieg im Gegensatz zum Volkskrieg. Bei den alten Germanen war es Grundsatz, daß Recht und Friede zunächst von dem Einzelnen, von der Familie und deren Angehörigen und… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Fehde — Fehde, ursprünglich Feindschaft, Uneinigkeit. So wurden die Kämpfe des deutschen Adels im Mittelalter zur Zeit des Faustrechtes (s. d.) genannt. Sie waren gewissen Gesetzen und Förmlichkeiten unterworfen. Man forderte den Gegner durch einen… …   Damen Conversations Lexikon

  • Fehde — Sf erw. obs. (10. Jh., feidosus, exfaida 8. Jh.), mhd. vē(he)de, ahd. (gi)fēhida, mndd. vede , mndl. ve(e)de Stammwort. Aus wg. * faih iþō f. Feindseligkeit , auch in ae. fǣhđ(u), afr. fāithe, fēithe, Abstraktbildung zu dem Adjektiv wg. * faiha… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Fehde — Fehde, im Mittelalter die gewaltsame Selbsthilfe, vorzüglich als Blutrache, für geschehenen Friedensbruch; schon durch die karoling. Gesetzgebung untersagt, doch bildete sich mit dem verfall der öffentlichen Gerichtsgewalt ein völliges Fehderecht …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Fehde — (feida, mittelalterl. lat.), der in dem Faustrecht begründete Kampf einzelner gegen einander, um Rache zu nehmen, s. Faustrecht …   Herders Conversations-Lexikon

  • Fehde — Der Ausdruck Fehde bezeichnet ein Rechtsinstitut, das vom Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit die Regulierung von Rechtsbrüchen direkt zwischen Geschädigtem und Schädiger unter Ausschaltung einer übergeordneten Instanz regelte. Fehdefähig waren… …   Deutsch Wikipedia

  • Fehde — Streit; Krach; Schlagabtausch; Schererei (umgangssprachlich); Wortwechsel; Gekabbel; Wickel (österr.) (umgangssprachlich); Hickhack (umgangssprachlich); …   Universal-Lexikon

  • Fehde — die Fehde, n (Aufbaustufe) kämpferische Auseinandersetzung mit einer anderen Person, Familie o. Ä. Beispiele: Sie liegen in Fehde miteinander. Er sagte seinem Gegner Fehde an …   Extremes Deutsch

  • Fehde — Fe̲h·de die; , n; geschr; ein (lang dauernder) Streit <mit jemandem in Fehde liegen, eine Fehde mit jemandem ausfechten> || K: Familienfehde, Stammesfehde …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache