Fliegenfänger [1]


Fliegenfänger [1]

Fliegenfänger (Muscicapa L.), 1) nach Cuvier Gattung aus der Familie der Zahnschnäbler (Singvögel); Schnabel von oben herab zusammengedrückt, an der Wurzel steifhaarig, ander Spitze gekrümmt od. ausgeschweift, mit Seitenkerben; Fraß: kleine Vögel u. Insecten; Aufenthalt: in Wäldern. Cuvier theilt sie in folgende Untergattungen: A) Eigentliche F. (Muscicapa), Schnabel fast ohne Zahn u. Haken, am Grunde breiter als hoch, mit Bartborsten von halber Schnabellänge; Arten: Gefleckter F. (M. grisola), oben grau, unten weißlich, mit röthlich grauen Längsstreifen, Scheitel mit dunklerem Streife, Flügel ohne weißen Spiegel, trauriger Vogel; frißt Insecten, auch Beeren, ist Zugvogel; in Europa u. Afrika; kommt in die Städte u. wird häufig zum Fliegenfangen im Zimmer gehalten; Halsband-F. (M. collaris), oben schwarz, mit weißem Halsband; Schwarzrückiger F. (M. atricapilla, M. luctuosa), schwarz, Unterleib u. Stirn, so wie der Spiegel auf dem Flügel weiß; sehr dumm, nistet in Baumlöchern: Kleiner F. (M. parva), 5 Zoll lang, in Deutschland; Lärmender F. (M. vociferans, M. plumbea), aschgrau, in Brasiliens Wäldern, schreit in Gesellschaft sehr. B) Tyrann (Tyrannus Cuv.), Schnabel gerad, lang, stark, mit geradem Rücken u. schnell gebogener Spitze; vertheidigt selbst gegen starke Raubvögel Nest u. Junge, lebt von kleinen Vögeln, auch vom Raube; in Amerika. Arten: Bentaver Pitaugua (T. Pitanga, Lanius P. Gmel.), schwarz, unten gelb, auf dem Scheitel ein gelber Streif; aus Brasilien; Pipiri (T. intrepidus; Muscicapa T. L.), oben schwarzgraubraun, mit orangefarbenem Federbusch, dessen Federn schwarze Spitzen haben; soll selbst Adler durch Hacken zum Rückzug gezwungen haben, in Nordamerika, Fleisch fett u. wohlschmeckend; Königswürger (T. audax), oben dunkelschieferfarbig, Kopf u. Schwanz schwarz, auf dem Kopfe eine dunkle, beim Aufgerichtetsein schön orangefarbene Federhaube; aus Nordamerika; u.m.a. C) Fliegenschnäpper (Muscipeta Cuv.), Schnabel doppelt so breit als hoch, mit stumpfer Rückenkante, schwach ausgeschweifter Spitze u. starken Wurzelhaaren; gewöhnlich schön gefärbt, mit Federbusch od. langen Schwanzfedern; meist in Afrika u. Indien. Art: Brauner F. (M. regia, Todus regius), schwarzbraun, diademartiger Querfederbusch braunroth, mit schwarzgefleckter Spitze, in Cayenne. 2) D) Plattschnabel (Platyrhynchus Temm.), der Schnabel ist noch breiter u. niedergedrückter, Spitze gekrümmt, aus Südamerika, Insectenfresser. Art: Olivenfarbiger Plattschnabel (P. olivaceus), oben dunkelgrün, unten hellgrünlich u. graugelblich, Flügel braunschwarz, in Brasilien. E) Conopophaga, mit hohen Füßen, kurzem Schwanz, amerikanisch, Art: C. leucotis. Den F. nahe stehen: F) Nacktkopf (Gymnocephalus Geoff.), der Kopf ist ganz kahl, Füße lang u. dünn. Art: Kahler Nacktkopf (G. calvus, Gracula calva, Covus calvus), groß wie die Krähe, oben rostbraun, unten röthlich; in Cayenne. G) Schopfvogel (Rabling, Cephalopterus Geoff.), an der Schnabelwurzel stehen aufgerichtete, lange, sich nach oben ausbreitende, eine Art von Sonnenschirm bildende Federn. Art: Geschmückter Schopfkopf (C. ornatus, Coracina cephaloptera), heerdenweis in Sumpfwäldern Brasiliens. H) Drymophila, Schnabel stark, Oberkinnlade fast dreieckig, Füße kurz, dünn. Art: D. velata, von den Sundainseln. Mehrerer dieser F., bes. von der Gattung A) bilden die wohlschmeckenden Beccafigues, die eingemacht von Cypern, Italien u. Südfrankreich kommen.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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