Frischen

Frischen

Frischen, 1) so v.w. Abfrischen u. 2) Erfrischen; 3) (Jägerw.), von Hunden u. anderen Thieren, saufen; daher die Frische, ein Ort mit Wasser; 4) (Jagdw.), von wilden Schweinen, Junge bekommen; 5) so v.w. Ausfrischen; 6) (Büchseum. u. Metallarb.), 2 Stücken Metall an dem Orte, wo sie zusammengelöthet werden sollen, glatt feilen; 7) (Goldschm.), Silber, welches vergoldet werden soll, mit einem Drahtbüschel abreiben; 8) Bergb.), eine Grube f., Stollenörter treiben; 9) (Hüttenwesen), so v.w. Anfrischen 3); 10) Frischarbeit, silberhaltigen Rohstein in dem Frischofen (einer Art Hohofen) mit Kalkstein schmelzen u. das Geschmolzene in den, auf dem Boden des Ofens befindlichen Tiegel fließen lassen; ist der Rohstein anf dem Blei in Gestalt einer Scheibe erkaltet, so wird er abgenommen u. heißt Frischlech; die Arbeit wird 10–12 Stunden fortgesetzt, u. dann hat das Blei (Reichblei) so viel Silber aufgenommen, daß es auf den Centner 1–2 Mark enthält, u. das Silber wird daraus durch Treibarbeit gewonnen; 11) silberhaltigem Kupfer Blei zusetzen, damit das Silber vom Blei aufgenommen werde u. nachher beim Saigern beides zugleich herausschmelze; dieses F. geschieht in einem Schmelzosen (Frischherd); das Geschmolzene wird in eiserne Pfannen (Frichpfannen) gegossen, wodurch die Frisch- u. Saigerstücke entstehen; ist aus diesen beim Saigern Blei u. Silber ausgeschmolzen, so heißen die zurückgebliebenen Stücke Frischkiehnstöcke; 12) beim Eisenhüttenwesen das Umwandeln des Roheisens in Schmiedeeisen, daher Frischfeuer, Frischluppe, Frischschlacke, Frischzacken etc., s.u. Eisen III. B) b).


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Frischen — Fríschen, verb. reg. welches in doppelter Gattung üblich ist. I. Als ein Activum, frisch machen; doch nach der verschiedenen Bedeutung dieses Wortes auch in verschiedenem Verstande. 1) Kühl machen, wofür doch erfrischen üblicher ist. Indessen… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Frischen — nennt man verschiedene Verfahren, die vor allem zur Verringerung des Kohlenstoffanteils, aber auch der Anteile verschiedener anderer, unerwünschter Bestandteile des Roheisens wie unter anderem Phosphor und Schwefel mit Hilfe von Sauerstoff dienen …   Deutsch Wikipedia

  • Frischen [1] — Frischen, im Hüttenwesen Prozesse, deren Produkte Metalle oder Metallegierungen sind. Es gehören hierher z. B. Eisenfrischen (Frischarbeit), ein oxydierendes Schmelzen von Roheisen (im Frischfeuer) zu dessen Umwandlung in Schmiedeeisen durch… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Frischen [2] — Frischen, beim Schwarzwild Junge gebären …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Frischen — bezeichnet Arbeiten zur Reduktion von Metalloxyden und Ueberführung von unreinen Metallen in den rein metallischen Zustand, oder auch die Oxydation von Nebenbestandteilen der Metalle, vom chemischen Standpunkte aus also ganz entgegengesetzte… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Frischen — Frischen, Frischarbeit, Verfahren der Eisenerzeugung (s.d.) …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Frischen [2] — Frischen (Jägerspr.), der Geburtsakt bei Wildsauen …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Frischen — nennt man im Hüttenwesen dasjenige Verfahren, wodurch das Gußelf en in Schmiede oder Stabeisen verwandelt wird. Es geschieht durch Schmelzen des Gußeisens in niedrigem Herde bei starkem Gebläse, wobei sich der Kohlenstoff des Gußeisens mit dem… …   Herders Conversations-Lexikon

  • frischen — frischen:⇨werfen(2) …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • frischen — frị|schen 〈V.; hat〉 I 〈V. tr.〉 1. 〈poet.〉 erfrischen, beleben 2. 〈Met.〉 unedle Bestandteile durch Oxidation aus einer Eisenlegierung entfernen II 〈V. intr.; Jägerspr.〉 gebären (Schwarzwild) III 〈V. refl.; Jägerspr.〉 sich frischen trinken… …   Universal-Lexikon

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