Fußmuskelbinden


Fußmuskelbinden

Fußmuskelbinden (Fasciae musculares extremitatis inferioris), dienen zur Befestigung u. Unterstützung der von ihnen umschlossenen Muskeln. A) An der Hüfte: Fascia iliaca überzieht den innern Hüftbein- u. großen Lendenmuskel bis zum Poupartschen Bande, geht in dessen hintern Rand u. die Fascia transversalis (s. Muskelbinden im Bauche) über, bildet eine Scheide um die Schenkelgefäße u. heftet sich an das Tuberculum ileopectinaeum, theils geht sie in das tiefe Blatt der breiten Schenkelbinde über. Fascia glutaea heftet sich an die Dornfortsätze des Kreuzbeins u. die äußere Lefze des Hüftbeinkammes, überzieht mit einem oberflächlichen Blatte den großen Gesäßmuskel, senkt sich mit einem tiefen Blatte zwischen diesen u. den mittlern Gesäßmuskel, umschließt den Spanner der Schenkelbinde u. geht in letztere über. B) Am Oberschenkel: die breite Schenkelbinde (Fascia lata femoris) umschließt die Schenkelmuskeln von außen, senkt sich zwischen dieselben hinein, bildet hierdurch das äußere u. innere Zwischenmuskelband, heftet sich an die rauhe Linie des Schenkelknochens, an die Aste u. den Kamm des Schambeins, so wie an das Poupartsche Band, theilt sich in mehrere Blätter u. Fortsätze u. bildet Scheiden für die Schenkelgefäße u. einzelne Muskeln. Vor den Schenkelgefäßen, am innern Rande derselben, bildet eine Abtheilung derselben eine, nach hinten mit der Gefäßscheide verbundne, senkrechte, nach innen concave Falle (Processus falciformis fasciae latae), die die eirunde Grube nach oben, außen u. unten begrenzt. Die ovale Grube (Fovea ovalis) verlängert sich nach oben in den trichterförmigen, durch eine, zwischen dem Gimbernatschen u. Poupartschen Bande u. der Schenkelgesäßscheide befindliche, von einem Theile der Fascia transversalis (Septum annuli cruralis) zum Theil verschlossene Öffnung, dem Schenkelring (Annulus cruralis), mit der Bauchhöhle communicirenden Schenkelkanal (Canalis cruralis). C) Am Unterschenkel: die Unterschenkelbinde (Fascia s. Vagina cruris) heftet sich an den Kamm des Schienbeins u. des Wadenbeins, überzieht die Muskeln an der vordern Fläche des Unterschenkels, nimmt hinten zwischen ein vorderes u. ein hinteres Blatt den Gastroenemius u. den Soleus auf, befestigt sich an die Achillessehne, bildet dicht über dem Fußgelenk, an der vordern Fläche, das Ligamentum transversum s. vaginale cruris, von der Tibia zur Fibula, das Kreuzband der Fußwurzel (Lig. cruciatum tarsi) an der Dorsalfläche der Fußwurzel, aus zwei schrägen, sich durchkreuzenden, vom innern Knöchel zum Fersenbein gehenden Lagen bestehend u. drei Scheiden für den Musc. tibialis anticus, Extensor hallucis longus, Extensor digitorum longus u. Peronaeus tertius bildend; das äußere geschlitzte Band der Fußwurzel (Lig. laciniatum tarsi externum) vom äußeren Knöchel zum Fersenbein, zwei Scheiden für den Musc. peronaeus longus u. brevis bildend; das innere geschlitzte Bandder Fußwurzel vom innern Knöchel zum Fersenbein, drei Scheiden für den Musc. tibialis posticus, Flexor digit orum communis, Flexor hallucis longus bildend, u. geht dann in die D) eigentliche F. über. Diese sind: a) die Fußrückenbinde der Scheidenhaut des Fußrücken (Fascia dorsalis pedis, s. Membrana vaginalis dorsi pedis), sie überzieht den Fußrücken, hängt mit der vorigen u. folgenden zusammen u. geht an den Zehengliedern in die Sehnenscheiden über. b) Die Aponeurose der Fußsohle (Fascia s. Aponeurosis plantaris) ist am Fersenbein befestigt, spaltet sich vorn in fünf Zipfel, deren jeder sich mit drei Schenkeln an die Sehnenscheide einer Zehe heftet u. bildet in die Tiefe der Fußsohle hinein drei Scheiden für Muskeln. c) Die Sehnenscheiden der Beugemuskeln der Zehen (Vaginae tendinum musc. flexoriorum). sehnige mit Synovialhäuten ausgekleidete Scheiden für die betreffenden Flechsen. d) Sehnenbänder der Beugemuskeln; diese sind Haltbändchen (Tenacula) innerhalb der Scheiden; Ringbänder (Lig. annularia) quer über die Scheide an der innern Seite der Zehen; Scheidenbänder (Lig. vaginalia) quer über die Scheide in der Mitte u. am Ende jedes Zehengliedes; Kreuzbänder (Lig. cruciata) an der innern Fläche des ersten u. schiefe Bänder (Lig. obliqua) am zweiten Gliede der Zehen.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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