Gehirnarterien


Gehirnarterien

Gehirnarterien (Anat.), die Arterien im Gehirn, sie sind im Verhältniß zum Gehirn sehr groß, entspringen sehr nahe beim Herzen, sind fast einzig dem Gehirn bestimmt, haben zahlreiche Krümmungen u. Schlangengänge, sehr dünne Häute u. geringe Ausbildung der Muskelhaut unter diesen, häufige Anastomosen auch schon in ihren Stämmen u. sind in ihrem Lauf nicht von Venen begleitet. Der Stämme sind vier, ein Paar auf jeder Seite: a) die Gehirnkopfarterie (Carotis cerebralis)[65] , als Hauptzweig der gemeinschaftlichen Kopfarterie (s.d.); geht durch einen eigenen Knochenkanal (Canalis caroticus) u. mehreren Krümmungen zur Gehirnhöhle, gibt hier blos die Augenarterien ab u. verbreitet sich dann vorzüglich in dem vordern Theile des Gehirns, als vordere G., deren vier großen Äste als Verbindungs-, Adernetz-, Balkenarterie u. Arterie der Sylvischen Grube unterschieden werden; b) die Wirbelarterie (Arteria vertebralis), die als ein Zweig der Schlüsselbeinarterie durch eigne Löcher der Querfortsätze des sechsten bis zweiten Halswirbels aufsteigt, durch das Hinterhauptloch in einem ebenfalls gekrümmten Laufe in die Gehirnhöhle gelangt, hier an dem hintern Rande des Hirnknotens mit der andern Seite die größte Anastomose des Körpers, die Basilararterie bildet, die auf der untern Fläche des Hirnknotens in einer besonderen Furche, bis zum Vorderrande desselben verläuft, den hintern Theil des Gehirn u. dessen innern Theile, bes. rechts u. links durch die tiefe G. (Art. cerebralis profunda), auch das kleine Gehirn mit Blut versehend, mit der Verbindungsarterie u. andern Zweigen der vordern G., auf u. neben dem Türkensattel u. rings um das Chiasma der Sehnerven herum, einen ansehnlichen Gefäßkranz (Circulus Willisii) bildet, wodurch eine Gemeinschaft sämmtlicher G. unterhalten wird.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Verbindungsarterie — Verbindungsarterie, s.u. Gehirnarterien a) …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Willische Querstreifen des Gehirns — (Striae transversales s. chordae Willisii), die zu beiden Seiten der Rhaphe des callösen Körpers befindlichen queren Erhabenheiten. W r Cirkel od. Gefäßkreis (Circulus Willisii), s.u. Gehirnarterien. W r Nerv od. Beinerv, das elfte… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Basilāris — (lat., v. gr.), 1) was auf eine Grundfläche Bezug hat; daher Basijare os (Anat.), so v.w. Grundbein, das bei Erwachsenen zumeist verwachsene Hinterhaupts u. Keilbein, welche die Basis der Schädelhöhle bilden; Basilararterie, eine der… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Beugung — Beugung, 1) die Veränderung der Ausdehnung in gerader Richtung eines Gegenstandes; 2) (Anat.), Gegensatz der Ausstreckung, Muskelwirkung, durch die ein Glied, das mit einem andern in freier Gelenkverbindung steht, aus der geraden Richtung gegen… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Gefäßkranz — Gefäßkranz, ringförmige Anordnung der Arterien im Gehirn, s. Gehirnarterien …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Kopfarterien — (Carotides), zwei große Arterien, durch welche, auf der linken Seite unmittelbar aus der Aorta, auf der rechten aus einem dieser Arterie u. der Schlüsselbeinarterie gemeinschaftlichen Stamme (daher Gemeinschaftliche K., Carotis communis), der… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Gehirnerweichung — (Encephalomalacie), Kollektivbezeichnung für verschiedenartige Zustände, bei denen die Gehirnsubstanz stellenweise zu einer breiigen Masse erweicht ist. Man unterscheidet nach dem Farbenunterschied eine rote G., die später zur braunen G. werden… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Gehirngeschwülste — (Tumores cerebri), die in der Gehirnsubstanz auftretenden und die von den Hirnhäuten ausgehenden Geschwülste. Die von der harten Hirnhaut ausgehenden Geschwülste gehören der Mehrzahl nach zu den Sarkomen. Sie sitzen wie eine Halbkugel an der… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Livedo racemosa — Klassifikation nach ICD 10 M30.8 Sonstige mit Panarteriitis nodosa verwandte Zustände …   Deutsch Wikipedia

  • Stent — Gefäßstütze * * * Stent,   scherengitterartige Gefäßstütze (meist aus Edelstahl); wird nach Ballondilatation in arterielle Gefäße eingebracht, um dort die Häufigkeit einer erneuten Verengung von Gefäßen zu vermindern. Inzwischen werden Stents… …   Universal-Lexikon