Gerinne


Gerinne

Gerinne, 1) ein durch Kunst angelegter Kanal, ein Wasserlauf; 2) Wasserleitung von hölzernen Rinnen; man unterscheidet hierbei Halbgerinne, wozu die Rinnen flach; Hohlgerinne, wozu die Rinnen tief aus Baumstämmen ausgehauen sind; u. Spundstücke, welche aus Bohlen zusammengesetzt sind. Die einzelnen Theile dieser G. werden mit eisernen Klammern (Gerinnsenkel) verbunden; 3) ein von Bohlen gefertigter Kanal, welcher bei Mühlen das Wasser vom Fallbaume in geneigter Richtung auf die Wasserräder leitet Die Neigung od. das Gefälle, auf dessen Construction allein die vortheilhafte Benutzung des Aufschlagwassers beruht, heißt die Kröpfung. Man theilt das G. tu das Mahl- (Ober-) gerinne (Vorarche), vor od. in welchem die Wasserräder hängen; in das Untergerinne (Hinterarche), das unterhalb der Wasserräder ist; in das wüste G. (Freischütz, Friedarche), durch welche das überflüssige Wasser (dem Mahlwasser entgegengesetzt, Blasewasser) abläuft. Nach der verschiedenen Beschaffenheit der Wasserräder heißt es Panster-, Staber-, Strauber-, Sackgerinne, eben so nach der Höhe seiner Lage, ober-, mittel-, unterschlächtiges G.; das letztere heißt Schußgerinne, wenn es einen geraden, schräg abschießenden, Kropfgerinne aber, wenn es einen gekrümmten Boden hat; die Hölzer, auf welchen das letztere ruht, heißen Kropfschwellen, seine Felgen Kropffelgen. Ablaß (Freilauf, Freigerinne) heißt zum Unterschiede des Mahlgerinnes, das G., welches das Aufschlagwasser neben den Wasserrädern hinführt, wenn die Mühle still stehen soll. Das Schutzbret des Mahlgerinnes ist dann niedergelassen u. das Aufschlagwasser abgeschützt.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Gerinne — Gerinne, (bergbaul. Gerenne[1] (von Rinne, Graben) bezeichnet die natürliche oder künstliche, nach oben offene Umschließung abfließender kleinerer Gewässer; besonders die künstlich hergestellten Zufluss und Abflusskanäle für verschiedene… …   Deutsch Wikipedia

  • Gerinne — (Rinne, Graben), die natürliche oder künstliche, nach oben offene Umschließung abfließender kleinerer Gewässer; besonders aber verlieht man darunter die künstlich hergestellten Zufluß und Abflußkanäle für verschiedene technische Zwecke… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Gerinne — Gerinne, ein künstlich angelegter offener Kanal für fließendes Wasser …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Gerinne — Gerinne,das:⇨Rinnsal …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Gerinne — Ge|rịn|ne 〈n. 13〉 1. Rinnsal 2. 〈Bgb.〉 trogförmige Wasserabflussrinne, kleiner künstlicher Wasserlauf, z. B. für Berieselungszwecke [→ rinnen] * * * Ge|rịn|ne, das; s, : kleiner [künstlich angelegter] Wasserlauf. * * * Gerinne,   die Begrenzung …   Universal-Lexikon

  • Gerinne — * Einen aus dem Gerinne ziehen. Holl.: Hij is uit de goot opgenomen. (Harrebomée, I, 251.) …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Gerinne — Ge|rịn|ne, das; s …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Gerinne — Bauwerk mit seitlicher und unterer Begrenzung einer Strömung mit freier Oberfläche, auch teilgefüllte Rohre …   Erläuterung wichtiger Begriffe des Bauwesens

  • Gerinne, das — Das Gerinne, des s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Gerinnchen, Oberd. Gerinnlein, ein durch die Kunst verfertigter Canal, in welchem das Wasser in einen engern Raum gebracht wird, und daher stärker fließet. Das Gerinne an der Mühle, oder das… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Offenes Gerinne — Strömungen in offenen Gerinnen und stehenden Gewässern sind ein Typus von Strömungen der Strömungslehre, die für viele Bereiche der Hydrologie von Bedeutung sind. Gerinne sind künstlich angelegte Abflussmöglichkeiten für verschiedene… …   Deutsch Wikipedia