Grammatik


Grammatik

Grammatik, 1) bei den Griechen u. Römern die Anweisung in den Wissenschaften (Grammăta), s. Grammatiker; 2) der Inbegriff u. die wissenschaftliche Darstellung der Regeln, wonach eine Sprache gesprochen u. geschrieben wird. Die Allgemeine G. stellt das Wesen u. die nothwendigsten Bedingungen u. Gesetze der Sprache überhaupt dar; die Philosophische G. ordnet die Ergebnisse der Forschungen der Allgemeinen G. zu einem begriffsmäßigen System von Erkenntnissen; die Vergleichende G. erforscht das gegenseitige Verhältniß der verschiedenen vorhandenen Sprachen; die Specielle G. stellt die Regeln einer einzelnen Sprache auf; zu zeigen, wie Sprachen desselben Volkes in der Zeit sich verschieden entwickelt u. gestaltet haben, ist Sache der Historischen G. Die G. behandelt ihren Stoff gewöhnlich in drei Theilen: Lautlehre, Wort- (Formen-) u. Satzlehre (Syntax). Allgemeine u. Philosophische G- u. gibt es von Beauzée (Gramm. générale, Par. 1768, 2 Bde.); Dumarsais (Principes de gramm., u. Aufl. ebd. 1793, 2 Bde.); Meiners. Versuch einer allgemeinen Sprachlehre, Lpz. 1781); Beattie (Theory of lang., Lond. 1788, 2 Bde.); Thomas (Glossologie, Wien 1786); de Brosse (übersetzt von Hismann, Lpz. 1777, 2 Bde.); Sacy (Principes de gramm. gén., 2. Aufl. Par. 1803, deutsch von Vater, Halle 1804); Harris (Hermes, Lond. 1777, deutsch von Ewerbeck, Halle 1788); Roth (Antihermes, Fikst. 1795); Meyer (Grammatica universalis, Braunschw. 1796); Dinkler (Sprache der Menschen, Gotha 1793); Mertian (Allgemeine Sprachkunde, Braunschw. 1796); Vater (Halle 1801); Lehrbuch der allgemeinen G., ebd. 1806); Bernhardi (Allgemeine Sprachlehre, Berl. 1801–3, 2 Thle); Thibaut (Gramm. philosophique, Par. 1803, 2 Bde.); Roth (Grundriß der allgemeinen Sprachlehre, Frankf. 1815); Jakob (Grundriß der allgemeinen G., Lpz. 1814); Schmitthenner (Ursprachlehre, Frkft. 1826); Prahm (De gramm. universalis tundamento ac ratione, Kiel 1826); W. von Humboldt (Über den Organismus des menschlichen Sprachbaues, Berl. 1836) Zur vergleichenden Grammatik: W. von Humboldt (Über die Kawisprache, Berl. 1836–40, 3 Bde.); Bopp (Vergleichende G., Berl. 1833 ff.); Pott (Etymologische Forschungen, Lemgo 1833–36, 2 Bde., 2. Aufl. 1858 f.); Kühn u. Ausrecht (Zeitschrift für vergleichende Sprachlehre, Berl. 1844 ff.); 3) der Inbegriff der Grundregeln einer andern Wissenschaft od. Kunst; G. der Musik etc.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Grammátik — (griech., Sprachlehre) ist die Gesamtheit der Regeln über die Laute (s. Lautlehre) und Formen (s. Flexion) einer Sprache und über die Aneinanderreihung der Wörter zu Sätzen (s. Syntax). Grammatiker war bei den alten Griechen soviel wie Philolog,… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Grammátik — (grch.), Sprachlehre, die Darstellung des vorhandenen Materials einer Sprache, ihres Baues und der Gesetze ihrer Entwicklung und Veränderung. Die wissenschaftliche G. zerfällt gewöhnlich in 1) Lautlehre, 2) Stammbildungslehre, 3) Wortbildungs… …   Kleines Konversations-Lexikon

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  • Grammatik — (Teil der Sprachwissenschaft, der sich mit den sprachlichen Formen und ihrer Funktion beschäftigt; auch Bezeichnung für ein Lehrbuch der Sprachlehre): Das Wort (mhd. grammatic‹a›, ahd. gram‹m›atik) ist entlehnt aus lat. (ars) grammatica… …   Das Herkunftswörterbuch

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  • Grammatik — Gram|ma|tik [gra...] die; , en <aus lat. (ars) grammatica »Sprachlehre«, dies aus gr. grammatike̅ (téchnē) »Sprachwissenschaft als Lehre von den Elementen der Sprache« zu grámma, vgl. ↑...gramm>: 1. a) Beschreibung der Struktur einer… …   Das große Fremdwörterbuch

  • Grammatik — Gram·mạ·tik die; , en; 1 nur Sg; die (Lehre von den) Regeln einer Sprache, nach denen Wörter in ihrer sprachlichen Form verändert und zu Sätzen kombiniert werden <die deskriptive, historische, strukturelle, vergleichende Grammatik>: die… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache


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