Hemd


Hemd

Hemd, 1) weites Kleidungsstück, das fast den ganzen Körper bedeckt u. vorn wenigstens nicht ganz offen ist, z.B. Chor-, Fuhrmanns-, Panzerhemd etc.; 2) ähnliches Kleidungsstück, das zunächst auf der Haut getragen wird, wozu bei uns gewöhnlich Leinwand, in Asien u. Afrika Baumwollenzeug, in Rußland bunter Kattun genommen wird. Die leinenen H-en sind haltbarer als die baumwollenen u. befördern die Reinlichkeit der Haut mehr als wollene Unterkleider, aber sie sind auch Ursache mancher, von Erkältung herrührenden Krankheiten, da das von Schweiß nasse Leinenzeug sehr kältet; deshalb ist in neuerer Zeit der Gebrauch baumwollener Hemden (namentlich von Schirting) allgemeiner geworden. Die Frauenhemden, sind ohne Ärmel od. mit kurzen Ärmeln versehen, um den Hals herum tiefer ausgeschnitten u. bedecken die Beine weit herab; die Mannshemden sind entweder Unterhemden von stärkerer, od. Ober(Halb-) hemden von feinerer Leinwand od. Batist. Ähnlich dem H., welches gemeiniglich nur Weiber trugen, ist das römische Indusium. In Frankreich soll im 15. Jahrh. die Gemahlin Königs Karl VII. die ersten leinenen H-en gehabt haben.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Hemd — Hemd: Die Benennung des kittelartigen Kleidungsstückes ist eine auf das Westgerm. beschränkte Substantivbildung zu der idg. Wurzel *k̑em »bedecken, verhüllen«. Zu dieser Wurzel gehören aus dem germ. Sprachbereich ahd. hamo »Hülle«, das als… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Hemd — Sn std. (8. Jh.), mhd. hem(e)de, ahd. hemidi, as. hemithi Stammwort. Aus wg. * hamiþja n. Hemd , auch in ae. hemeđe, afr. hamethe, hemethe. Weiterbildung zu wg. * hamōn m. Hülle, Kleidung, Leib in ae. hama m. Kleidung, Haut, Leib , afr. hama,… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Hemd — [Basiswortschatz (Rating 1 1500)] Bsp.: • Er trug ein sauberes weißes Hemd. • Shane trägt ein Hemd. • Ich mag die Farbe deines Hemdes …   Deutsch Wörterbuch

  • Hemd [1] — Hemd, weites Kleidungsstück, das fast den ganzen Körper bedeckt und vorn wenigstens nicht ganz offen ist, z. B. das Chor , Meß , Fuhrmanns , Panzerhemd etc.; dann besonders ein ähnliches Kleidungsstück, das zunächst auf der Haut getragen wird und …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Hemd [2] — Hemd der Gußform, s. Gießerei, S. 833 …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Hemd — Hemd, s. Eisengießerei, Bd. 3, S. 362 …   Lexikon der gesamten Technik

  • Hemd — 1. Auch das seidene Hemd umhüllt nur einen nackten Körper. – Altmann V, 110. 2. Besser ein geborgtes Hemd als gar keins. Holl.: Het is beter een ander mans hemd dan geen. (Harrebomée, I, 301.) 3. Das hembd ligt eim (ist mir) näher dann der rock.… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Hemd — steht in zahlreichen Redensarten für einen letzten, elementarsten und lebensnotwendigen Minimalbesitz: Jemanden bis aufs Hemd ausziehen: ihn arm machen, ihm alles (oder fast alles) wegnehmen; ursprünglich von Räubern gesagt, die ihren Opfern nur… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Hemd — Anzughemd Ein Hemd (von ahd. Hemedi, „Haut“) ist ein Kleidungsstück mit Hals und Armöffnungen, das in verschiedenen Längen und mit verschiedenen Ärmel , Ausschnitt und Kragenformen auftreten kann. Hemden können an der Vorderseite geschlossen oder …   Deutsch Wikipedia

  • Hemd — Shirt; Oberhemd * * * Hemd [hɛmt], das; [e]s, en: a) von männlichen Personen als Oberbekleidung getragenes, den Oberkörper bedeckendes Kleidungsstück; Oberhemd: ein kurzärmliges, langärmliges, bügelfreies, frisch gebügeltes Hemd. Zus.:… …   Universal-Lexikon