Iōwa


Iōwa

Iōwa (spr. Eiouwe), 1) (I. River), Fluß im Staate gleiches Namens (Nordamerika), entspringt in der Grafschaft Hancock: fließt südöstlich durch die Grafschaft Johnson u. fällt in den Mississippi. 2) (State of I., officielle Abkürzung Io.), einer der Vereinigten Staaten von Nordamerika, u. zwar einer der fünf sogenannten Nordwestlichen Agriculturstaaten; 2395 QM.; grenzt im Norden an Minnesota, im Osten an Wisconsin u. Illinois (von beiden durch den Mississippi River getrennt), im Süden an den Staat Missouri, im Westen an das Gebiet Territory) Nebraska) (durch den Missouri River davon getrennt); bildet größtentheils eine hügelige Hochebene u. als solche die Wasserscheide zwischen den Mississippi u. Missouri Rivers, eigentliche Gebirge fehlen gänzlich, nur im Nordwesten das aus Minnesota sich herüberstreckende etwas höhere Plateau Coteau des Praitries; Flüsse: an der Ostgrenze der Mississippi, in welchen aus I. der Obere Iowa, Turkey, Wapsipinicon, Red Cedar, der Untere Iowa, Skunk u. der Hauptfluß I-s, der Kerfagua od. Des Moines münden; an der Westgrenze der Missouri, in welchen aus J. der Floyds, Soldiers, Little Sioux, Boyers, Nischnabattona, Nodoway etc. münden; Seen: Spirit, Albert Lea, Itasca, Pepin, Big Stone u.a. Das Klima von J. ist im Allgemeinen gesund, namentlich finden sich, ausgenommen in den Flußthälern, die bösartigen Fieber nur selten, welchen in den waldreicheren Staaten Nordamerikas die Ansiedler so häufig ausgesetzt sind, dagegen kommen bedeutende u. rasche Temperaturwechsel (Fallen des Thermometers um 14° R. innerhalb einer Stunde) vor; die mittlere Jahrestemperatur ist zwischen + 7 u. + 8° R. u. die mittlere jährliche Bewegung des Thermometers beträgt um 53° R. (von + 32 zu – 21° R.), die ersten Fröste kommen im September, die letzten Ende April, bisweilen auch noch Mitte Mai u. zerstören dann die Obsternte gänzlich. Der Boden ist von großer Fruchtbarkeit u. leicht zu cultiviren; schöne Prairien, durchgehends guter Ackerboden, Waldungen nur vereinzelt. Producte: große Blei- u. Steinkohlenlager, ferner Zink u. Kupfer; Mais, Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Buchweizen, Kartoffeln, Bataten, Bohnen, Erbsen, Linsen, Hanf, Flachs, Obst, Wein, Tabak; Rindvieh, Schafe, Schweine, Pferde, Esel, Maulthiere; Bienen- u. Seidenzucht. Gesammtbevölkerung 1856: 509, 414 Ew. Außer den früheren Ansiedlern angloamerikanischer Abkunft besteht die Bevölkerung zu einem großen Theile aus Deutschen. Eintheilung in 58 Grafschaften: Allomakee. Appanoose, Benton, Black Hawk, Boone, Bremer, Buchanan, Butler, Cedar, Clark, Clayton, Clinton, Dallas, Davis, Decatur, Delaware, Des Moines, Dubuque, Fayette, Fremont, Guthrie, Henry, Jackson, Jasper, Jefferson, Johnson, Jones, Iowa, Keokuk, Lee, Linn, Louisa, Lucas, Madison. Mahaska, Marion, Marshall, Mills, Monroe, Muskatine, Page, Polk, Pottawatomie, Poweshiek, Ringgold, Risley, Scott, Story, Tama, Taylor, Union, Van Buren, Wapello, Warren, Washington, Wayne, Winneshiek, Yell. Hauptort: Iowa City (wurde 1846 zum Sitz der Regierung bis zum Jahre 1865 bestimmt, doch ist in neuester Zeit Des Moines da bsür in Vorschlag gekommen). Verfassung (vom Jahre 1844): an der Spitze der Ausübenden Gewalt steht ein auf zwei Jahre vom Volk erwählter Gouverneur (bis 1860 Ralph P. Lowe); er muß über 30 Jahre alt sein u. über zwei Jahre im Staate I. gewohnt haben; er hat ein beschränktes Veto; ihm zur Seite stehen ein Vicegouverneur (zugleich Präsident des Senats von Amtswegen). ein Staatssecretär, ein Auditor u. ein Schatzmeister (sämmtlich ebenfalls auf zwei Jahre vom Volk erwählt); die Gesetzgebende Gewalt ruht in den Händen einer General Assembly, welche aus einem Senat von 30 u. einem Repräsentenhause von 59 Mitgliedern besteht, die Senatoren auf vier, die Repräsentanten auf zwei Jahre vom Volke erwählt; die Mitglieder beider Häuser müssen über 25 Jahre alt sein u. dürfen während der Dauer ihres Mandats kein neu errichtetes Civilamt u. Gehaltsvermehrung annehmen; Niemand, der ein öffentliches Amt der Vereinigten Staaten od. des Staates J. bekleidet, ist für die Assembly wählbar; Wahlrecht hat jeder 21 Jahr alte weiße männliche Bürger der Vereinigten Staaten, der im Staate J. 6 Monate wohnt; die General Assembly versammelt sich aller[50] zwei Jahre in der Hauptstadt; Verfassungsabänderungen unterliegen der allgemeinen Volksabstimmung; J. sendet zum Congreß nach Washington zwei Mitglieder in den Senat u. zwei Mitglieder in das Repräsentantenhaus. Für Rechtspflege besteht ein Obergericht (Supreme Court), aus einem vorsitzenden u. zwei beisitzenden Richtern, welche von der Assembly auf sechs Jahre gewählt werden u. zwölf Districtgerichte mit je einem Richter, welche von der Bevölkerung des Gerichtsbezirkes auf fünf Jahre gewählt werden. Die Finanzen sind in blühendem u. wohlgeordnetem Zustande; Staatseinnahmen 1856/57: 255, 327 Dollars, Staatsausgaben in derselben Periode: 241, 145 Dollars. Staatsschuld 122,000 Dollars, doch hatte der Staat 155,000 Dollars Außenstände. Religion: Methodisten, Presbyterianer, Baptisten, Römische Katholiken u. Congregationalisten bilden die Mehrzahl der Bevölkerung; 1850 hatte J. 193 Kirchen, davon gehörten 71 den Methodisten, 38 den Presbyterianern, 20 den Baptisten, 18 den Katholiken, 14 den Congregationalisten, die übrigen vertheilen sich auf die Episcopalen, Lutheraner, Reformirten, Herrnhuter u. viele kleinere Secten. Bildung u. Unterricht: Höhere Bildungsanstalten besitzt J. noch nicht, doch wird aus den Einkünften u. dem Verkauf der Staatsländereien zur Bildung eines Universitätsfonds gesammelt. Eine zu dieser zu errichteten Universität gehörige Medicinische Schule ist bereits zu Keokuk eröffnet; 1850 gab es 31 Mittelschulen (Academies) u. 72 öffentliche Volksschulen. Wohlthätigkeitsanstalten: Blindeninstitut u. Taubstummenanstalt zu Iowa City, Irrenanstalt zu Mount Pleasant; das Staatsgefängniß ist in Madison. Hauptbeschäftigung ist Ackerbau u. Viehzucht; 1850 gab es in J. 14, 805 bewirthschaftete Farms mit einem abgeschätzten Gesammtwerth von 16, 657, 567 Dollars; von den 32, 584, 960 Acres, welche der ganze Staat enthält, waren 1850 erst 824, 682 Acres angebaut. Industrie noch ganz unbedeutend, ebenso der Bergbau, trotz des großen Mineralreichthums. Der Handel beschränkt sich noch auf den Austausch der Landesproducte; der Haupthafen dafür ist Keokuk an der Mündung des Des Moines River. An Eisenbahnen besaß J. im Jahre 1859 nahe an 50 Meilen in Verkehr (die bedeutendsten die Iowa Centralbahn von Lyons nach Council Bluffs u. die von Dubuque nach Keokuk), mehre andere im Bau begriffen u. projectirt. – J. ist der vierte der großen Staaten, welcher aus dem 1803 von Frankreich an die Vereinigten Staaten verkauften Gebiete (Louisiana Purchase) gebildet worden ist. Die ersten Ansiedelungen geschahen 1686 durch Franzosen in der Nähe des heutigen Dubuque am Mississippi, doch blieben dieselben auf eine Factorei zum Handel mit den Indianern beschränkt u. hatten über ein Jahrhundert lang keine weitere Colonisation zur Folge. Nach der Abtretung an die Vereinigten Staaten bildete J. bis 1821 einen Theil des großen Missouri Territoriums, dann bis 1836 einen Theil des Territory Wisconsin, wurde durch die Congreßacte vom 2. Juni 1838 von diesem losgelöst u. als eigenes Gebiet erklärt, gab sich durch Convention vom 7. Oct. 1844 die jetzige Constitution u. wurde durch die Congreßacte vom 3. März 1845 als unabhängiger Staat in die Union aufgenommen. Vgl. Jam. Hall u. J. D. Whitney, Report on the Geological Survey of the State of I., Iowa City 1858; 3) Grafschaft im gleichnamigen Staate; 26 QM.; vom gleichnamigen Flusse, dem North Fork des English River, den Beaver, Oldman's u. Richmond Creeks durchflossen; Producte: Mais u. Weizen; die Davenport-Council Bluffs Eisenbahn durchschneidet die Grafschaft; 1850: 822 Ew.; Hauptort: Marengo; 4) Grafschaft im Staate Wisconsin; 34 QM.; Flüsse: Wisconsin u. Pekatonica River; Producte: Mais, Weizen, Hafer; Rindvieh, Schafe, Blei, Kupfer, Zink; die Milwaukee-Mississippi Eisenbahn durchschneidet die Grafschaft; 1850: 9525 Ew.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Iowa —    Iowa …   English-Hawaiian dictionary

  • Iowa — (Details) (Details) …   Deutsch Wikipedia

  • Iowa — • One of the North Central States of the American Union, and is about midway between the Atlantic and the Pacific Oceans Catholic Encyclopedia. Kevin Knight. 2006. Iowa     Iowa      …   Catholic encyclopedia

  • IOWA — IOWA, state in midwestern U.S. In 2005 Iowa had a Jewish population of 6,100 out of a total of 2,944,000. The largest Jewish community was in Des Moines (3,500), the state capital, where there were four synagogues – Orthodox, Conservative, Reform …   Encyclopedia of Judaism

  • Iowa 80 — is the world s largest truck stop, located along Interstate 80 off exit 284 in Walcott, Iowa. Set on a convert|220|acre|km2|sing=on plot of land (four times larger than an average truckstop and 2.5 times larger than Disneyland) 75 acres of which… …   Wikipedia

  • Iowa — es el uno de los estados de Estados Unidos. Es el estado número 29º se incorporó a la unión el 28 de diciembre de 1846. El nombre oficial es el de Estado de Iowa y su abrevación en código postal es IA. El nombre de Iowa lo coge de la tribu Iowa * …   Enciclopedia Universal

  • Iowa — Iowa1 [ī′ə wə, ī′əwā΄] n. 1. pl. Iowa or Iowas a member of a North American Indian people previously living in Iowa and Missouri and now living in Nebraska, Kansas, and Oklahoma 2. the Siouan language of this people, closely related to Missouri… …   English World dictionary

  • Iowa — (spr. āiowa, abgekürzt Ia. oder Io.), Staat der nordamerikan. Union, erstreckt sich mit 145,099 qkm Fläche zwischen 40°20 –43°30 nördl. Br. und 90°12 –96°38 westl. L. (s. die Karte »Vereinigte Staaten«) vom obern Mississippi westwärts bis zum… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Iowa — état du centre des È. U.; 145 790 km2; 2 777 000 hab.; cap. Des Moines. Drainée par les affl. du Mississippi à l E. (Iowa, Des Moines) et du Missouri à l O., cette rég. de plaine fait partie du Corn Belt. Territoire auton. (1838) après avoir été… …   Encyclopédie Universelle

  • Iowa — Iowa, LA U.S. town in Louisiana Population (2000): 2663 Housing Units (2000): 1041 Land area (2000): 3.085415 sq. miles (7.991188 sq. km) Water area (2000): 0.022466 sq. miles (0.058186 sq. km) Total area (2000): 3.107881 sq. miles (8.049374 sq.… …   StarDict's U.S. Gazetteer Places