Kaumuskeln


Kaumuskeln

Kaumuskeln (Musculi manducatorii s. masticatorii),[397] die den Unterkiefer bewegenden, also beim Kauen thätigen Muskeln, welche den Unterkiefer gegen den Oberkiefer ziehen, also das eigentliche Beißen bewirken. Auf jeder Seite: Schläfemuskel (M. temporalis), spitzig, am Kronenfortsatz des Unterkiefers beginnend, u., nach oben breiter werdend, sich an die Halbkreisförmige Linie u. Fläche des Schläfebeins anlegend. Masseter, K. im engeren Sinne, nach vorigen der stärkste K., besteht aus zwei Lagen, deren äußere, stärkere u. längere, vom vorderen Theile des unteren Randes u. der inneren Fläche des Fachbogens, nach hinten herabsteigend, sich an die äußere Fläche des Astes des Unterkiefers ansetzt, die innere mehr hinten gelegen ist, sonst fast gleiche Ansatzpunkte hat. Beide heben die Unterkinnlade, doch zieht die äußere, dieselbe mehr nach vorn, die innere nach hinten Äußere Flügelmuskel (M. pterygoideus externus), entspringt sehnig an der äußeren Fläche des äußeren Flügels, des Flügelfortsatzes des Keilbeins von dem pyramidalen Fortsatz des Gaumenbeins u. dem Höcker des Oberkiefers, heftet sich als schmale Sehne in eine eigene Grube an den Hals des Gelenkfortsatzes des Unterkiefers. Einer allein zieht den Unterkiefer nach innen u. vorn, beide zusammen nach vorn u. oben. Innerer Flügelmuskel, größer als der vorige, entspringt von der Flügelgrube des Keilbeins, dem Flügelhaken u. dem Pyramidalfortsatz des Gaumenbeins, heftet sich an die innere Fläche des Astes u. des Körpers des Unterkiefers. Einer allein zieht den Unterkiefer nach oben u. innen, beide zusammen gerade nach oben. Sämmtliche Flügelmuskeln bewirken das Hin- u. Herbewegen des Unterkiefers. Zweibäuchige Muskel (M. digastricus s. biventer maxillae), entspringt als Sehne in dem Einschnitt neben dem Zitzenfortsatz des Schläfeknochens, wo er von dem oberen Ende des Sternokleidomastoideus bedeckt ist, steigt, nach vorn u. innen herab, durchbohrt als Sehne den Stylohyoideus, ist durch ein Band mit dem Zungenbein verbunden, wendet sich nach vorn u. innen, bildet, den zweiten Muskelbauch u. setzt sich, in einer eigenen Grube an der Mitte der inneren Lefze des Unterkiefers fest, so daß er im Ganzen halbmondförmig gekrümmt ist. Beide zusammen ziehen den Unterkiefer herab.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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