Krebs [1]


Krebs [1]

Krebs, 1) Thier aus den Gattungen Krebse, Hummern u. Krabben; 2) bes. Gattung Astacus; 3) Gemeiner K. (Flußkrebs, Astacus fluviatilis Fabr.), Art aus dieser Gattung; Scheren ungleich, gekörnt, nach innen sein gezähnt, grünlichschwarz, das Weibchen hat am Schwänze 5, das Männchen 3 Paar Fuße, wird (doch nicht jeder) beim Kochen im Wasser, roth, lebt in langsam fließenden Wassern, unter Steinen u. in Löchern, frißt Aas u. Gewürme, häutet sich vom Mai bis August, hat zu dieser Zeit Krebsteine (s.d.) in sich, ergänzt verlorene Scheren u. Füße, kann seine Füße zum Rückwärtsgehen brauchen. Das Männchen kämpft zur Begattungszeit mit andern, das Weibchen trägt die Eier unter dem Schwanz; findet sich in Europa, auch in Indien. Die Krebse sind eine beliebte Speise u. am schmackhaftesten vom Mai bis August (Monate, die kein R in sich haben). Durch ihre Nahrung erhalten sie Beigeschmack; deshalb werden Bachkrebse den Flußkrebsen u. diese den Teichkrebsen vorgezogen; Butterkrebse nennt man Krebse im Mai u. Juni, die nach abgeworfner harter Schale nur noch mit einer Haut bedeckt sind. Die Krebse werden mit heißem Wasser übergössen u. mit etwas Butter u. Salz abgesotten. Die hellrothe Farbe der Schale ist um so schöner, je neuer die erhaltene Schale war, die ihrem Abfalle nahen Schalen bleiben schwärzlich, bei abgestandenen Krebsen bei denen auch der Schwanz gerade ausgestreckt ist) ist die Schale bleich. Dem Abstehen sind die Krebse bei Gewittern u. nach der gemeinen Meinung auch in der Nähe von Schweinen leicht ausgesetzt. In der Küche werden Krebse auch zur Bereitung von Krebsbutter angewendet, wozu bes. die kleinen Krebse od. die wenig fleischigen Theile der gesottenen Krebse mit Butter abgeschmelzt werden, u. dann diese zu Krebssuppen u. Krebsbrühen benutzt. Die aus den Schalen genommenen Krebsschwänze von gesottenen Krebsen kommen auch als Zusatz zu andern Gerichten (Krebsfarce, Krebsklösen, Krebspastetchen u.a.). Unter Krebsnasen versteht man die abgenommenen Brustschilde der Krebse, welche mit Semmel u. anderm, mit Krebsbutter angemachten Teige gefüllt u. gebacken, als Zuthat zu andern Gerichten, bes. Potage, zur Tafel kommen. Das Fangen der Krebse (Krebsfang) geschieht entweder von Anfang Mai bis Ende August in Flüssen u, Bächen mit bloßen Händen, indem man in das Wasser steigt u. sie aus ihren Löchern, unter Wurzeln u. Steinen herausziehet (Krebsen); od. durch Leuchten auf dieselbe Art, wie das Fischzuchten; ferner in Krebskörben, einer Art Fischreusen, an beiden Seiten mit einem Eingang, in die man als Köder allerlei rohes, gekochtes od. faulendes Fleisch, abgezogene Frösche, Erbsen-, Bohnen-, Hirsenstroh, Dill od. Kalmus thut; ferner durch Jagen, indem man mit der Fischtrampe die Krebse aus ihren Löchern treibt, Hamen vorhält u. überdies quer durch den Bach Reusen legt, mit dem Ketscher; endlich mit dem Topfe, dies geschieht so: man kocht in einem neuen Topfe Hirse mit Milch ohne Salz u. läßt denselben am Rande des Topfes so viel als möglich anbrennen, schüttet den Hirsen aus, versenkt den Topf in einem Netze ins Wasser u. zieht ihn nach, einiger Zeit wieder heraus. Man zieht auch die Krebse in Krebsbächen, mit klarem Wasser, großen Steinen, hier u. da tiefen Löchern u. am Ufer mit großen, mit den Wurzeln in das Wasser reichenden Bäumen. In einem solchen Bache bringt man einen mit kleinen Löchern versehenen Fischkasten od. einen großen zu verschließenden Korb an, thut im Frühjahre in den Kasten auf 60 alte Weibchen 15 Männchen u. füttert sie mit Fleischabgängen Die jungen Krebse schlüpfen durch die Löcher, u. im Herbste werden auch die alten Krebse aus dem Kasten gethan; aber im nächsten Frühjahr das Einsehen alter Krebse wiederholt. Die Gewohnheit des Krebses, mehr rückwärts als vorwärtszugehen, hat zu mancherlei Vergleichen u. Bildern Anlaß gegeben, wie: den Krebsgang gehen, von einem Unternehmen, mehr rückwärts als vorwärts kommen; auch nennt man Krebse 4) solche Bücher, welche ein Buchhändler auf Commission erhalten, aber nicht verkauft hat u. dieselben daher an den Verleger zurückschickt; 5) viertes Zeichen des Thierkreises (♋ od. Krebs [1]); 6) Sternbild dabei, in der Nähe desselben, das aber in Folge des Rückgehens des Nachtgleichenpunktes nicht mehr genau mit dem Zeichen zusammenfallt, also nicht mehr im 90. bis 120. Grad der Länge sich befindet, sondern vom 18° ♋ bis 12° Krebs [1] reicht: es ist westlich von den Zwillingen, östlich vom Löwen begrenzt, enthält die Krippe (Praesepe), eine Gruppe sehr naher Sterne, u. unter ihr den nördlichen u. südlichen kleinen Esel (Asselus borealis u. A. australis), 2 Sterne vierter Größe. Soll der von Juno unter die Sterne versetzte große K. sein, den Herkules zertrat, weil er, von Here abgeschickt, im Kampfe mit der Lernäischen Schlange ihn in den Fuß kniep; nach Andern der K., welcher eine von ihm mit Liebe verfolgte Nymphe, Garamantis, durch Kneipen aufhielt; 7) im Mittelalter der eiserne Harnisch, von seiner krebsartigen Gestalt; 8) K. des Galen, die vierköpfige Hauptbinde, s. Binden (Chir.).


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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