Lappenjagden

Lappenjagden

Lappenjagden, sind eigentlich alle Jagden, welchen das Ziehen von Lappen vorausgeht, um durch sie das Wild zurück zu scheuchen od. innerhalb eines gewissen (verlappten) Raumes (Lappstätte) zu erhalten. Es wird dieses Verlappen bei allem Haarwilde mit Nutzen angewendet, am üblichsten aber sind die L. in waldigen Gegenden bei der Niederjagd, wo man im Frühherbst od. auch später eine Feldflur längs des Waldes während der Nacht mit Federlappen, seltener mit Tuchlappen umstellt. Vor dem ersten Grauen des Tages stellen sich die Schützen 80–100 Schritte von einander an dieser Linie an, die Hasen u. Füchse, auch Rehe, welche wieder zu Holze gehen, scheuen sich vor den Federn u. gehen längs der Linie auf u. ab, wo sie zu Schuß kommen, od. in das Feld zurück, welches gewöhnlich nach der L. abgesucht wird. Diese L. müssen aber vor dem ersten Schneefall abgehalten werden, nach demselben fürchten (halten) die Hasen die Lappen weniger


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Lappen [2] — Lappen (Jagdw.), eine dünne Leine, meist Bindfaden, mit daran befestigten hellfarbigen, 4–6 Zoll langen Gegenständen, bes. Federn, je 2–3 zusammen (dann Federlappen), Papier u. dgl., od. von leinenem od. hänfenem Gewebe geschnittene, 6/4 lange, 1 …   Pierer's Universal-Lexikon

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