Leuchtthurm


Leuchtthurm

Leuchtthurm, ein an einem Hafen od. an der Mündung eines Flusses od. an einem Felsen angelegter hoher Thurm, in dessen oberem Stockwerk des Nachts Feuer od. ein Licht aus concentrisch zusammengestellten Öl- od. Gasflammen, od. elektrisches Licht unterhalten wird, um den Schiffenden gewisse Punkte schon von weitem bemerkbar zu machen u. sie vor gefährlichen Stellen im Fahrwasser zu warnen. Meist ist jetzt eine Laterne mit Glasfenstern über einen solchen L., auch hat man, wo auf kurzen Strecken mehrere Leuchtthürme befindlich sind u. die Schiffer dieselben also verwechseln u. dadurch Schiffbruch leiden können, jetzt Leuchtthürme, wo das Licht von Spiegeln reflectirt wird, welche durch ein Uhrwerk um ihre Achse gedreht werden (Revolving Light), so daß in gewissen festen Zeiträumen (etwa alle halbe od. Viertelminuten) ein Lichtblick, der zuweilen abwechselnd durch die Folie des Spiegels ein farbiger ist, auf alle Punkte des vorliegenden Meeres geworfen wird; eine andere Methode ist die, daß ein von der Uhr getriebener Schirm die Flamme abwechselnd deckt, ferner das Blitzlicht (Flashing Light), welches nur momentan sichtbar wird u. sofort wieder verschwindet, das Aussetzende Licht (Intermitting Light), welches auf einem Riemen ohne Ende im innern Thurme von unten auf langsam durch die einzelnen Gallerien in die Höhe steigt (also in verschiedener Höhe sichtbar wird) auf der Höhe verschwindet u. nach einem Umlaufe wiederkehrt. Schon Lesches baute 656 v. Chr. einen L. am Vorgebirge Sigeion; ähnliche, sehr einfache, waren beim Hafen Piräeus zu Athen u. bei andern Häfen Griechenlands angebracht. Die berühmtesten Leuchtthürme des Alterthums baute aber Sostratos, unter Ptolemäos Philadelphos, etwa 300 v. Chr., auf der Insel Pharos, vor dem Hafen von Alexandria (s.d. 1), fast ebenso berühmt ist der zugleich als L. benutzte Koloß (s.d.) von Rhodus. Auch die Römer hatten Leuchtthürme, z.B. zu Ravenna, Puteoli auf Capreä, an der Mündung des Chrysorrhoas in Syrien; der bei Boulogne, welcher 1643 ins Meer sank, war wahrscheinlich der von Caligula an der gallischen Küste gebaute L. Unter den neueren Leuchtthürmen zeichnen sich der des Hafens von Genua u. der zu Cordouan am Ausfluß der Garonne aus; unter den britischen Leuchtthürmen ist der von Eddystone u. der von Bellrock (s. b.) merkwürdig. Vgl. Graff, Die Leuchtthürme, Feuerbaken u. Feuerschiffe der ganzen Erde, Stett. 1859; Stevenson, Lighthouse Illumination, Lond. 1859.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Leuchtthurm — od. Pharus nennt man ein hohes, thurmähnliches Gebäude an Seehäfen od. gefährlichen Küstenstellen, das Nachts erleuchtet wird u. den Schiffern zur Orientirung bei der Einfahrt od. zur Warnung vor gefährlichen Punkten dient. Die Beleuchtung ist… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Leuchtthurm — 1. Die Leuchtthürme sind versetzt. Geht nicht mehr so gut wie früher. 2. Die Leuchtthürme zeigen sich. Das Dunkle, Verborgene fängt an klar zu werden …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Leuchtthurm, der — Der Leuchtthurm, des es, plur. die thürme, ein Thurm an der Küste, worauf ein Feuer unterhalten, oder auch große Lampen in Laternen angesteckt werden, den Seefahrenden zu leuchten; Feuerthurm, Feuerwarte, im Niedersächsischen eine Bake, Blüse …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Constantinopel [2] — Constantinopel (n. Geogr.). C. hat zwar seit der Eroberung durch die Türken 1453 im christlichen Europa seinen früheren Namen behalten, allein die Türken nennen es verstümmelt Istambol, od. gewöhnlich Stambol, u. zur Bezeichnung als Geburtsort… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Dublin — (spr. Döbblin), 1) Grafschaft in der irischen Provinz Leinster, 18,30 QM.; grenzt im N. an die Grafschaft East Meath, im O. an das Irische Meer, im S. an die Grafschaft Wicklow, im W. an die Grafschaft Kildare; mehrere Buchten, worunter die… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Tegelort — Lagekarte von Tegelort Tegelort ist eine Ortslage im Bezirk Reinickendorf von Berlin und liegt im Ortsteil Konradshöhe. Der Name leitet sich von der ehemaligen Bezeichnung Tegelscher Orth ab. Umgeben wird Tegelort vom Tegeler Forst, sowie der… …   Deutsch Wikipedia

  • Triest [1] — Triest (Trieste), 1) Stadtgebiet im österreichischen Küstenlande (Kronland Görz, Gradisca, Istrien u. T.), am Adriatischen Meere, 1,7 QM. mit (1857) 104,707 Ew.; 2) Hauptstadt darin u. Hauptstadt des Kronlandes, liegt unter 45°38 5 nördlicher… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Bell-Rock — (d.i. Glockenfelsen, Inch Cape), Felsen bei Dundee in der schottischen Grafschaft Forfar bei der Mündung des Tay, gefährlich für Schiffer, weil er bei gewöhnlicher Fluth unsichtbar bleibt, nach Springfluthen aber in einer Länge von mehr als 400… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Faro — (ital.), 1) so v.w. Leuchtthurm; daher Name mehrerer Orte, so F. di Messina, Meerenge bei Messina, 5 Meilen lang u. 1/2 bis 3 Meilen breit, berüchtigt durch die Scylla u. Charybdis; ist benannt nach dem 2) Cap di F., der Nordostspitze Siciliens,… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Genua [1] — Genua (ital. Genŏva, spr. Dschenowa, fr. Gênes, spr. Schän), 1) Herzogthum im Königreich Sardinien; grenzt im Norden an Piemont, im Osten an Parma u. Modena, im Süden an das Mittelmeer, das hier den Meerbusen von G. (Golfo di Genova) bildet, im …   Pierer's Universal-Lexikon


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.